Prozess Mutter mit Abflussreiniger getötet
Weil er seiner pflegebedürftigen Mutter Abflussrohrreiniger zum Trinken gegeben hatte, muss sich heute ein 42jähriger aus dem unterallgäuer Boos wegen Mordes vor dem Landgericht Memmingen verantworten.
Warum der arbeitslose Bauarbeiter an jenem Aprilmorgen letzten Jahres seiner Mutter Abflussrohrreiniger in den Apfeltee mischte, ist unklar. Möglicherweise fühlte sich der 42jährige trotz Pflegedienst von der Versorgung der kranken Frau überfordert und in einer Art unlösbaren Situation. Die 65-jährige trank in ihrem Pflegebett etwas von der ätzenden Chemikalie, knapp zwei Monate später starb die Frau im Krankenhaus an den Vergiftungsfolgen.
Täter zeigt sich selbst an
Der Sohn blieb am Tattag noch zwei Stunden zuhause, schaute auch nach der Mutter, der es zusehends schlechter ging. Dann fuhr er mit dem Fahrrad rund 15 Kilometer nach Memmingen. Unterwegs kaufte und trank er mehrere Flaschen Bier und zeigte sich am Nachmittag selbst bei der Polizei an. Der psychiatrische Gutachter hält den Angeklagten für voll schuldfähig.

Wetter

