Landgericht Ingolstadt Drei Jahre Haft für Mixa-Betrüger
Das Landgericht Ingolstadt hat den Mann, der Bischof Walter Mixa um 5 000 Euro betrogen hat, zu drei Jahren Haft verurteilt. Dem 29-jährigen gebürtigen Eichstätter wurde unter anderem Betrug in fünf Fällen nachgewiesen.
Alle Fälle fallen in den Zeitraum zwischen Spetember 2010 und Sommer 2011. Wie schon Bischof Mixa hatte der notorische Lügner und Betrüger auch zwei Ordensschwestern und auch einigen Bekannten vorgelogen, für sein glas-knochen-krankes Kind Geld zu benötigen. Bei dem Bischof und den Ordensschwestern verschaffte ihm seine Zeit als Ministrant im Eichstätter Dom einen Vertrauensbonus. Zwischen 50 und 5 000 Euro ergaunerte er auf diese Weise. Seine Paraderolle fand der Mann als US-Polizeioffizier Charly McLaren aus Honolulu. Der Betrüger, der als Halbamerikaner sehr gut Englisch spricht, überzeugte in dieser Rolle auch bayerische Polizeibeamte, die dem vermeintlichen Kollegen ebenfalls aus seinen vorgegaukelten finanziellen Engpässen halfen. Als schneidiger US-Leutnant begeisterte er auch Frauen; eine davon zahlte dafür ebenfalls über 1000 Euro Lehrgeld.
Persönlichkeitsstörung bescheinigt
Der psychiatrische Sachverständige bescheinigte dem Betrüger eine Persönlichkeitsstörung mit „starker histrionischer Komponente“. Histrio – das bedeutet auf Latein der Schauspieler - und theatralisches Talent bescheinigte der Sachverständige dem Hochstapler ebenso wie die Neigung, diese Fertigkeit zur Steigerung des eigenen Selbstwertes auszuspielen. Da die Persönlichkeitsstörung allerdings die Schuldfähigkeit des Mannes nicht beeinträchtigt hat, kam eine Unterbringung in eine psychiatrische Klinik nicht in Betracht. Die Unterbringungs-Frage stand lange Zeit im Raum, da der 29jährige seit 2004 fast sieben Jahre in Haft beziehungsweise in diversen psychiatrischen Einrichtungen verbracht hat.

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