Bayern 1 - Mittags in Schwaben

Bodenseefischer Hart im Nehmen

Trotz zweistelliger Minustemperaturen fahren die Bodenseefischer derzeit morgens zum Felchenfischen auf den See. Dabei tragen sie nicht einmal Handschuhe.

Stand: 09.02.2012

"Handschuhe stören einfach, wenn wir die Fische aus dem Netz holen müssen. Außerdem ist das Wasser um einiges wärmer als die Luft herausen."

Peter Stohr, Bodenseefischer

Peter Stohr ist einer von noch zwölf Fischern auf bayerischer Bodenseeseite.Die meisten, wie Peter Stohr, arbeiten ohne Handschuhe. Ihn würden Handschuhe beim Ausnehmen der Fische direkt an Bord nur stören. Das einzige, was sich er und sein Vater Roland gönnen, ist ein warmer Früchtetee. Allerdings geben beide zu, dass sie auch froh sind, nach gut zwei Stunden wieder an Land ins Warme zu kommen.

Zugefrorener Bodensee ist selten

Dass der gesamte Bodensee ihnen nun zugefriert, diese Angst haben sie nicht, denn die sogenannte "Seegfrörne" gibt es statistisch nur etwa alle 70 Jahre. Zum letzten Mal war der Bodensee im Winter 1962/63 komplett zugefroren. Da war es fast acht Wochen lang so kalt wie zuletzt.

Wallfahrt bei Seegfrörne

Ist das Eis dann begehbar, findet eine traditionelle Wallfahrt vom badischen Hagnau über das Eis ins schweizerische Münsterlingen statt oder umgekehrt, je nachdem, in welche Kirche das Bildnis des Hl. Johannes bei der letzten Seegfrörne gebracht worden ist und dort dann bis zur nächsten verbleibt.