Wildtierpflege Erlingshofener ziehen Tierkinder groß
Im idyllischen Anlautertal im Landkreis Eichstätt sagen sich Fuchs, Hase, Wildschweine und auch Rehkitze "gute Nacht". Sie alle zählen zu den "Pensionsgästen" der Familie Lodermeyer in Erlingshofen. Voller Liebe und Sachverstand ziehen Annemarie Lodermeyer und ihre Tochter Juliane verletzte oder verwaiste Wildtier-Kinder groß.
Juliane ist 14 Jahre und schon fünffache Mutter. Sie ist die Pflege-Mama von Rosalie, Fritz, Sissi und den Zwillingen Hanni und Nanni. Wenn Juliane hoch fiept, dann kommen ihre Kitze.
Schon seit Wochen kümmert sich Juliane zusammen mit ihrer Mutter um die kleinen Rehe. Jeden Tag mehrere Stunden. Im ganzen Landkreis Eichstätt wissen die Jäger und Tierfreunde, dass Mutter und Tochter Lodermeyer in Erlingshofen die richtige Anlaufsstelle sind für verletzte oder verwaiste wilde Jungtiere. Zur Zeit versorgen die beiden neben den fünf Kitzen auch noch sechs verwilderte Katzen, einen Hasen und eine kleine Wildsau.
Aufpäppeln will gelernt sein
Was die Tiere so brauchen, um durch Menschenhand groß zu werden, weiß Annemarie Lodermeyer. Schließlich kümmert sie sich schon seit 15 Jahren um den wilden Nachwuchs, und auch ihre Tochter kennt den Speiseplan der Rehkitze.
"Die kriegen Katzenmilch morgens und abends und sonst halt Klee, Löwenzahn, Blätter, Semmelbrot und Haferflocken."
Juliane Lodermeyer, Tiermama
Mit dieser Mischung hat Juliane im vergangenen Jahr schon "Geli" großgezogen. Das zahme Reh steht mittlerweile im Gehege der Ausflugwirtschaft "Geländer" nahe Eichstätt Richtung Weißenburg. 17 Kilometer sind es bis ins Geländer, doch Juliane besucht ihre "Geli" so oft es geht. Behalten kann Juliane ihre wilden Zöglinge aber nicht. Spätestens im Herbst heißt es Abschied nehmen. Dann brauchen die Tiere einfach mehr Raum als die Lodermeyers ihnen bieten können. Ein Gehege ist nicht die optimale Lösung.
Schwieriger Weg zurück in die Natur
"Wenn die Menschen gewohnt sind und das Futter bekommen, sind sie zutraulich, und die laufen dann einfach den Jägern nach und in die Kugel rein. Also die haben draußen keine Chance."
Karl Feierle, Wirt
Karl Feierle hat neben seiner Wirtschaft mehrere Freigehege, je eines für Wildschweine, eines Ziegen und eben auch eines für Rehe. Derweil stehen auf seiner Speisekarte viele Wildgerichte, darunter auch leckere Reh-Lasagne. Doch der Wirt hat den Lodermeyers versprochen, dass er "Geli" und die anderen Rehe aus dem Gehege verschont. Denn das Wild für die Küche bringt der Jäger frisch aus dem Wald.

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