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"Strohballenmord" 33-Jähriger muss lebenslang ins Gefängnis

Im Prozess um den sogenannten "Strohballenmord" hat das Landgericht Regensburg einen 33-jährigen Mann aus Straubing zu lebenslanger Haft verurteilt.

Stand: 21.12.2012

Mit dem Urteil kamen die Richter der Forderung des Staatsanwalts nach. Der Verteidiger hatte auf Freispruch plädiert.

Das Gericht sah es anhand einer Fülle von Indizien als erwiesen an, dass der Mann seinen Onkel, einen 48-jährigen Automechaniker aus Bogen, im Februar 2007 aus Habgier erdrosselt hat. Der Angeklagte hatte dem Opfer rund 2.700 Euro Bargeld, das Handy, die Bankkarte und die Wohnungsschlüssel abgenommen.

Die Ermittler konnten nie zweifelsfrei ermitteln, wo der Mord stattgefunden hat und wo das Tatwerkzeug ist. Das fiel nach Ansicht der Kammer jedoch nicht so stark ins Gewicht. Alles zusammengeführt, hätte sich ein klares Bild ergeben, das keinen Zweifel an der Schuld des Mannes lasse, sagte der Richter.

Bundesrichter bemängelten rechtliche Fehler

Der heute 33 Jahre alte Angeklagte stand in dieser Sache schon einmal vor Gericht. 2008 wurde der Mann aus Straubing von den Regensburger Richtern freigesprochen. Knapp ein Jahr später hob der Bundesgerichtshof das Urteil auf und wies den Fall an das Landgericht zur Neuverhandlung zurück.

Die Bundesrichter, deren Entscheidung zum Prozessauftakt verlesen wurde, hatten in dem ersten Urteil gleich mehrere schwere rechtliche Fehler bemängelt. So hätten die Richter im ersten Verfahren die Beweislage nicht ausreichend gewürdigt und seien in ihrer Urteilsbegründung mehrfach von "eher fernliegenden Hypothesen" ausgegangen.

Zeugen mit Gedächtnislücken

Im zweiten Verfahren hatten die Richter es mit zahlreichen Zeugen zu tun, die sich an das Geschehen vor fast sechs Jahren kaum noch erinnern konnten.

Ins Visier der Ermittler kam der wegen Betrugs vorbestrafte Mann, weil er in den Tagen nach der Tat bei verschiedenen Gläubigern mit Bargeld Schulden zurückbezahlte. Die Geldscheine stammten aus dem Besitz des Opfers.

Der Fall war 2007 als "Strohballenmord" bekannt geworden, weil die Leiche nahe des Straubinger Tiergartens unter Strohballen entdeckt worden war.


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