Bayern 1 - Niederbayern und Oberpfalz

Ungewöhnliche Wallfahrt Mit Bulldog-Oldtimern nach Rom

Eine Wallfahrt auf historischen Traktoren nach Rom. Das haben neun Bulldog-Fahrer aus Grainet (Lkr. Freyung-Grafenau) vor. Sie wollen zur Generalaudienz des Papstes. Start zur 1000 Kilometer-Tour ist am Sonntag.

Stand: 17.08.2012
Traktoren im Konvoi mit bayerischer Fahne | Bild: Lars Martens/BR

Der Keilriemen ächzt, aus dem Schornstein eines über 50 Jahre alten Hermann-Lanz-Bulldogs quillt schwarzer Rauch. Das muss so sein, sagt der Besitzer und Organisator der Trecker-Wallfahrt, Andreas Bauer. In mühevoller Kleinarbeit hat er sein Gefährt fit gemacht für die weite Fahrt nach Rom. Denn die Pilgerreise zur Generalaudienz beim Papst führt auch über Alpen-Pässe. Um zu prüfen, ob das wirklich klappen kann, testen die Bulldog-Fahrer ihre Maschinen zunächst bei einer fünfstündigen Konvoi-Fahrt durch den Bayerischen Wald. Jeder Trecker muss mindestens 20 Stundenkilometer schaffen - sonst wäre der Zeitplan nicht einzuhalten.

Für den 16-jährigen Johann Stoiber ist die Pilgerreise nach Rom ein echtes Abenteuer. Bisher hat er nur Fußwallfahrten mitgemacht - seine Prüfung für den Treckerführerschein absolvierte der Schüler erst vor wenigen Wochen. Jetzt sitzt er stolz auf einem roten Porsche Super Export, Baujahr '65, zusammen mit Besitzer Alois Bauer. Der Landwirt hat einen sehr persönlichen Grund für seine Teilnahme an der Wallfahrt zum Papst: Vor wenigen Monaten ist der Vater von Alois Bauer gestorben. Seine Freunde vom Bulldog-Oldtimer-Club haben ihn in dieser Zeit sehr unterstützt.

Fahren ohne Kabine

Offiziell läuft die Reise nun unter dem Titel "Erntedankwallfahrt zum Jahr des Glaubens". Das hatte Papst Benedikt XVI. im vergangenen Jahr ausgerufen - am kommenden Sonntag beginnt es. Drei Monate lang brauchte Andreas Bauer, um die Durchfahrt-Genehmigungen von allen beteiligten Behörden in Deutschland, Österreich und Italien zusammen zu bekommen. Auch die Fahrt über die Alpenpässe musste besonders vorbereitet werden - denn die meisten der neun Bulldogs sind offen, ohne Fahrerkabine. Bis zu 200 Kilometer wollen die verrückten Bulldog-Pilger pro Tag zurücklegen. Während der Fahrt sammelt die Gruppe Spenden für ein Brunnenbau-Projekt im Kongo. Acht Tage haben sie für ihre Reise eingeplant - plus zwei Tage Reserve, falls es doch zu Pannen kommt. Dann hoffen die Pilger auf Hilfe von den gelben Engeln - und von oben.


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