Bayern 1 - München

Stadtimker Honig vom Stemmerhof in Sendling

Imkerei und Bienenkörbe - das verbinden viele mit dem Landleben. Dabei kann man bei uns in der Stadt immer mehr Bienenkörbe entdecken - zum Beispiel steht eine ganze Reihe von Körben auf der Stemmerwiese in Sendling. Wir haben den Stadtimker besucht.

Von: Salwesky, Anja Stand: 01.08.2012

Auf der idyllischen Stemmerwiese stehen ein paar Bienenstöcke von Andreas Bock. Der Imker aus Leidenschaft liefert Münchner Sommerhonig - einen kräftigen Lindenhonig.

"Die Biene geht bei uns in München massenhaft auf die Linde und trägt vor allem diesen Honig ein."

Andreas Bock, Imker

Vom Schreibtisch an die Wabe

Vor fünf Jahren hat sich der 53 Jahre alte Münchner das Imkern selbst beigebracht. Davor war er Bildredakteur bei einer großen Zeitung, saß den lieben langen Tag in einem vollklimatisierten Großraumbüro unter Neonröhren im 23. Stockwerk eines Hochhauses - und hatte Sehnsucht nach der Natur. Dann hat er sich das Imkern selbst beigebracht. Inzwischen kümmert er sich um viele Bienenvölker, erntet mehrmals im Jahr - und verrät sofort seine liebste Art, den köstlichen Honig zu genießen.

So schmeckt der Münchner Sommer

"Eine Spezialität - das mach ich mir oft als Vorspeise - das sind kleine Stückchen Parmesankäse mit einem Tropfen Lindenhonig drauf. Das schmeckt wunderbar!"

Andreas Bock, Imker

Imkern spricht alle Sinne an: Der Honig, der golden in den Waben funkelt und einen sanften Blütenduft ausströmt - das Summen der Bienen - und auch der Schmerz, wenn die Biene ihren Honig verteidigt - das gehört dazu, findet Andreas Bock.

Ein Bienenstich - kein Problem

Im ersten Jahr hat sich der Imker nur dick eingepackt zu den Bienenschwärmen getraut: mit Handschuhen, stichfester Kleidung und Imkerhut. Inzwischen ist ihm das zu umständlich, und er arbeitet in T-Shirt und kurzen Hosen.

"Bei der Imkerarbeit ist es mir natürlich schon mal passiert, dass eine Wächterbiene ihren Job ganz ernst nimmt, und mich dann sticht, und daran gewöhnt man sich aber mit der Zeit."

Andreas Bock, Imker

Respekt vor den Bienen

Der Imker liebt seine Bienen, kontrolliert ihre Leistung, was sie machen, wie sie leben. Deshalb nimmt er regelmäßig und sehr behutsam den Deckel eines Bienenstocks ab, um nach dem Rechten zu schauen.

"Ich möchte einfach an den Bienen arbeiten, möchte reinsehen, wie sie leben, wie die Brut sich entwickelt, wie die Königin über die Waben krabbelt, das möchte ich sehen, und daran beurteilen zu können, wie es ihnen geht."

Andreas Bock, Imker

Während Andreas Bock mit den Waben hantiert, radeln immer mal wieder Leute vorbei und kaufen gleich ein Glas Honig bei dem Imker.


0