Bayern 1 - Mainfranken

Das schwarze Moor Auf den Spuren des versunkenen Dorfs

Nein, der Welttag der Feuchtgebiete erinnert nicht an den Bestseller von Charlotte Roche. Gedacht wird am Donnerstag (02.02.12) dem Schutz der Moorlandschaften. Das größte Moor in Unterfranken ist das schwarze Moor in der Rhön.

Stand: 02.02.2012
Das schwarze Moor in der Rhön | Bild: BR-Mainfranken/Norbert Steiche

Nach einer alten Sage heißt es, im schwarzen Moor in der Rhön gab es einmal drei Jungfrauen. Sie wohnten in einem Dorf im schwarzen Moor. Immer zur Kirchweih gingen sie nach Wüstensachsen. Als sie aber eines Tages zu spät ins Moor zurückkehrten, soll am nächsten Morgen eines der Mooraugen blutrot gewesen sein. Seitdem ist das Dorf versunken. Es heißt, in der Nacht sollen die Seelen der versunkenen im Moor schweben – als Irrlichter. Das ist die Sage vom schwarzen Moor hoch über Fladungen in der Rhön.

Kolkraben bevölkern das winterliche Moor

Knöchelhoher Schnee bedeckt das schwarze Moor.

Irrlichter sind am Welttag der Feuchtgebiete am Donnerstag (02.02.12) weit und breit nicht zu sehen. Auch die Mooraugen leuchten nicht blutrot. Die kleinen Wasserflächen sind zugefroren und glitzern in der Sonne. Knöchelhoher Schnee bedeckt die sonst winterlich karge Landschaft. Nur das heisere Krächzen eines Kolkraben durchbricht die friedliche Stille. "Das ist einer der wenigen Vögel, die man um diese Jahreszeit hören kann", erklärt Michael Geier, Leiter des Biosphärenreservats Rhön in Bayern.

Der Moorlehrpfad ist bei Schnee gesperrt

Andere Tiere können Wanderer zur Zeit nicht beobachten, denn der Moorlehrpfad, der mitten durch das schwarze Moor führt, ist gesperrt. Wanderer könnten auf den vereisten Bohlen ausrutschen. Außerdem brauchen die Tiere, die im Moor leben, im Winter Ruhe. Zum Beispiel das Birkhuhn, das hier lebt. Wanderer würden es nur aufschrecken. Das kostet die Tiere wertvolle Energie, die sie im Winter zum Überleben brauchen.

Im schwarzen Moor bläst oft starker Wind

Die Witterung macht auch den wenigen Bäumen im schwarzen Moor zu schaffen. Sie sind niedrig gewachsen und schief, denn das Moor liegt 800 Metern über dem Meeresspiegel. Der Wind bläst hier oben oft sehr stark. Unter der Last des Schnees brechen jetzt auch viele Äste. "Die Bäume sind insbesondere auf den Freiflächen geschunden von den Witterungsunbilden, schauen aber dann auch entsprechend malerisch aus", findet der Leiter des Biosphärenreservats.

Der Frühling bringt Farbe ins Moor

Auch die Pflanzen, die im schwarzen Moor wachsen, müssen mit sehr wenig auskommen können, denn Nährstoffe gibt es im Boden kaum. Eine typische Moorpflanze ist der Sonnentau, eine fleischfressende Pflanze, die sich von Insekten ernährt. Trotz kargem Boden erblüht das Moor aber im Frühling: Zwischen dem grünlichen Torfmoos sprießen dann Wollgras und Rosmarinheide und verwandeln das Moor in einen Blütenteppich aus rosa und weiß.