Würzburg Stadt will Schulwege sicherer machen
Die Stadt Würzburg will für Kinder und Jugendliche gefährliche Stellen auf den Schulwegen entschärfen. Am Dienstag (31.01.12) beschäftigte sich ein runder Tisch mit dem Thema Schulwegsicherheit. In den kommenden Wochen sollen Straßenbahn- und Bushaltestellen überprüft werden.
Fünf Haltestellen werden in den nächsten Wochen von Experten bei Ortsbegehungen begutachtet. Dabei geht es darum, ob bauliche Maßnahmen wie Geländer notwendig sind. Schulen sollen zudem dafür sensibilisiert werden, dass der Unterricht für unterschiedliche Jahrgangsstufen zu unterschiedlichen Zeiten beginnt und endet, um die Schülermassen an den Haltestellen zu entzerren.
Verkehrs-Arbeitskreis fordert Umbau der Haltestellen
Der Agenda-21-Arbeitskreis Mobilität für Würzburg schlägt zudem die Umwandlung brisanter Haltestellen in sogenannte Kapphaltestellen vor. In Würzburg ist dieser Typ Haltestelle schon am Ulmer Hof verwirklicht: Vor der Haltestelle schaltet beim Einfahren der Straßenbahn die Ampel für den Autoverkehr auf Rot, sodass die Fahrgäste die Straße gefahrlos überqueren können. Nach aktuellen Studien senkt die Kapphaltestelle die Unfallzahlen an Haltestellen um etwa zwei Drittel.
Brisante Straßenbahn-Haltestellen
Mädchen vor LKW geschubst
Am 5. Dezember war eine 13-jährige Schülerin an der Straßenbahnhaltestelle "DJK Sportzentrum" von einem Minderjährigen auf die Fahrbahn gestoßen worden. Ein herannahender Transporter konnte nicht mehr ausweichen, erfasste das Mädchen und schleifte es mehrere Meter mit. Die Schülerin starb noch am Unfallort. Bereits im Mai 2008 hatte es in Würzburg einen tödlichen Unfall an einer Haltestelle gegeben. Ein achtjähriger Junge war von der Haltestelle "Berner Straße" im Stadtteil Heuchelhof auf die mehrspurige und stark befahrene Straße gelaufen, wurde von einem Auto erfasst und mehrere Meter durch die Luft geschleudert.
Diskussion um Schulwegsicherheit
Nach dem Unfalltod der 13-Jährigen wurden in der Mainfrankenmetropole kritische Fragen laut. So wurde diskutiert, warum an einer stark frequentierten Haltestelle keine Geländer angebracht waren. Auch die Sicherheit von Haltestellen und Fußgängerüberwegen wurde erörtert.

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