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Schotterwerk Aub Sanierung "höchste Eisenbahn"

Ortstermin im Schotterwerk von Aub: Eineinhalb Jahre nach Bekanntwerden von illegalen Schuttablagerungen hat sich der SPD-Landtagsabgeordnete Volkmar Halbleib auf dem Gelände über den Stand der Dinge informiert. Er fordert mehr Tempo.

Stand: 06.10.2017

Im Frühjahr 2016 war bekannt geworden, dass auf dem Gelände des Schotterwerks umweltgefährdende Stoffe wie Teer, Altreifen oder unsortierter Bauschutt in großem Ausmaß deponiert worden sei. Der Bund Naturschutz spricht von 20.000 Tonnen Teer. Das Landratsamt Würzburg hatte daraufhin ein Verfüllverbot erteilt, das inzwischen teilweise wieder aufgehoben wurde.

Sanierungskosten drohen zu explodieren

Laut Landratsamt sind von insgesamt 47 Hektar großen Gelände nur etwa 8,5 Hektar Deponieraum belastet. Ein Zeitplan für die Sanierung steht aber noch aus, deshalb hat Volkmar Halbleib einen Ortstermin am Schotterwerk anberaumt und die Dringlichkeit der Angelegenheit angemahnt.

Laut Harry Scheuenstuhl, umweltpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, sei es "höchste Eisenbahn". Wenn Schadstoffe aus dem vergrabenen Teer das Grundwasser erreichen würden, würden die Sanierungskosten explodieren, so der Umweltexperte. Die abfallrechtliche Situation auf dem Gelände sei "katastrophal". Außerdem forderte Scheuenstuhl die Mitwirkungspflicht der Betreiber ein.

Gutachten steht noch aus

Beim Bund Naturschutz gehen rund eineinhalb Jahre nach Bekanntwerden der Bodenverschmutzung immer wieder Anrufe von besorgten Bürgern ein, die nicht verstehen, warum immer noch nicht saniert wird. Würzburgs Landrat Eberhard Nuß betonte, das nötige Gutachten für die Sanierungsmaßnahmen stehe immer noch aus, deshalb wären die Arbeiten noch nicht gestartet.

Im Anschluss an den Ortstermin am Schotterwerk trafen sich die SPD-Politiker noch mit Vertretern des Wasserwirtschaftsamtes und den Fachabteilungen des Landratsamts zu einer internen Besprechung. Noch im Oktober soll es laut Halbleib einen Bericht im Umweltausschuss des Landtags vom Bayerischen Umweltministerium geben.


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Kommentare

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Optic, Freitag, 06.Oktober, 14:37 Uhr

4. Was tun Lehrieder und Ländner?

Da bin ich jetzt mal gespannt wann und wie sich die beiden CSU Prodagonisten jetzt einbringen.
Es kann doch nicht sein, dass im LK Würzburg immer die Opposition nach dem Rechten schauen muss. Beide sind auffallend ruhig, wenns um unangenehme Themen in ihrer unmittelbaren Nähe geht. Ob’s jetzt nun um die Umweltfrevel im Auber Schotterwerk geht oder aber um doch recht fragwürdige rechte Äußerungen mancher Stadträte im Fall Alfred Eck geht.
Farbe bekennen und nicht wegdrucken ist heute notwendiger denn je.

Erwin, Freitag, 06.Oktober, 12:08 Uhr

3. Aub

Ein typisches Beispiel unserer Behördenarbeit! Keiner weis was, keiner tut was!? Kein wunder das den Bürgern, der Kragen platzt!>Wutbürger! Dabei möchte ich jetzt nicht alla Staatsdiener und Beamte über einen Kamm scheren!

Bürger, Freitag, 06.Oktober, 10:42 Uhr

2. Schadstoffe und Grundwasser

Schon eigenartig, jahrelang wurde die Deponie mit tausenden von Tonnen Asphalt regelmäßig befüllt, und keiner hats gemerkt oder davon gewusst ? Und jetzt "ist höchste Eisenbahn" und auf einmal ganz eilig. Wenn ein Bürger nur die kleinste Abfallmenge o. Gefahrstoff möglicherweise in den Boden eintragen kann wird dagegen vorgegangen, oder bei bereits bei einfachen Bauarbeiten die Entsorgung von unbelasteten Aushubboden immer extremer geregelt wird – egal was es dann kostet. Geld spielt dann keine Rolle. Warum werden im Winter die Straßengräben noch mit Streusalz gepökelt und die Gülle darf flächig entsorgt werden (Grundwasser!)? Passt irgendwie überhaupt nicht zusammen.

Wolfgang, Freitag, 06.Oktober, 10:22 Uhr

1. Teure Sanierung, wirklich nötig?

1. Das Zeug muß irgendwo hin, der Transport bedeutet Ölverbrauch für die LKW und Bagger.

2. Teer ist ein kohlenwasserstoff, in Wietze bei Hannover gibt es oberflächennahe Erdölvorkommen, ich las nicht daß dort die Bauern oder kühe an Teervergiftung starben.

Im Saarland, südlich Essen und in Sachsen gibt es Kohleflöze offen die von Bächen ausgespült werden, Todesraten?