Produktion in Alzenau Transfergesellschaft für Schott Solar
Mitte März wird die Solarzallen-Produktion bei Schott Solar in Alzenau endgültig eingestellt. 276 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz. Sie kommen in einer Transfergesellschaft unter.
In der Transfergesellschaft werden die Mitarbeiter bis zu einem Jahr lang geschult und weitergebildet. Sie erhalten Kurzarbeitergeld und eine Aufstockung von Schott, damit sie nicht arbeitslos werden. Die Produktion wurde bereits eingestellt, teilte die Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie mit. Die Mitarbeiter hätten mit dem Rückbau begonnen. Für Schott Solar sei die Produktion in Deutschland inzwischen zu teuer, teilte das Unternehmen mit. Forschung und Entwicklung sollen aber weiterhin rund 100 Mitarbeiter in Alzenau beschäftigen.
Billig-Konkurrenz aus Fernost
"Selbst wenn wir umsonst arbeiten, ist der Kauf von Solarzellen aus China billiger als die Produktion in Deutschland", zeigte sich der Betriebsratsvorsitzende Berthold Martin Ende Januar resigniert. Sehr traurig nannte der zweite Betriebsratsvorsitzende, Peter Kleinsorge, das Ganze: In Alzenau werden moderne Solarzellen entwickelt, die dann in Fernost gefertigt und auf dem Seeweg wieder zurück transportiert werden.
Rückzug auf Raten
Ende Oktober 2010 hatte Schott Solar für seinen Standort in Alzenau Kurzarbeit beantragt. Damals hieß es noch, eine Schließung des Werkes stehe nicht zur Debatte. Mitte Dezember schließlich zogen Hunderte Arbeiter und Angehörige durch die Straßen von Alzenau, um gegen das Aus für den Standort zu protestieren - vergeblich.
Standort Alzenau
Am Standort Alzenau hatte Schott Solar 1958 mit der allerersten Solarzellen-Fertigung für die Raumfahrt begonnen. Im Sommer 2010 war der Hauptsitz des Unternehmens nach Mainz verlegt worden. Nach dem Aus für Alzenau unterhält Schott Solar noch Produktionsstandorte in Jena, Mitterteich, Albuquerque in den USA, Aznalcollar in Spanien, Valasske Mezirici in Tschechien und Taicang in China.

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Dipl,-Kfm. Udo Fiedler, Mittwoch, 21.März, 11:13 Uhr
1. Kauf von Solarzellen in China
Die China-Produktion ist nicht nur billiger, sondern wird zusätzlich staatlich gefördert, so dass auch Schott zusammen mit einem privatwirtschaftlichen deutsch-chinesischen Produktionsbetrieb preislich nicht an die Konkurrenzprodukte von DMEGC herankommen wird. Das chinesische Logistik-Zentrum ganz in der Nähe von Aschaffenburg wird ganz Europa mit niedrigstpreisigen Solarkomponenten versorgen.
Um schnell größere Marktanteile zu gewinnen, können diese China-Produkte viele Jahr
mit Verlust eine Vormachtstellung erreichen. Kann Schott Solar darauf reagieren?