Schmallenberg-Virus Neue Verdachtsfälle in Würzburg
Das Schmallenberg-Virus geht in Unterfranken offenbar weiter um. In den Landkreisen Würzburg und Hassberge sind neue Verdachtsfälle registriert worden. Das teilte die Regierung von Unterfranken am Mittwoch (08.02.12) mit.
Das gefährliche Virus verursacht Tot- und Missgeburten bei Rindern, Schafen und Ziegen. In ganz Unterfranken gibt es derzeit 16 Verdachtsfälle und neun bestätigte in den Landkreisen Aschaffenburg, Bad Kissingen und Miltenberg. Zuerst hatte das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen den Erreger in der Milz und dem Gehirn eines verendeten Lamms aus Gemünden (Lkr. Main Spessart) festgestellt.
Viehzüchter zunehmend besorgt
In drei Schafställen im Landkreis Main-Spessart sind in den vergangenen Tagen Lämmer mit schiefen Hälsen und missgebildeten Gliedmaßen geboren worden. Viele bayerische Tierhalter sind besorgt, da der Erreger sich flächendeckend zu verbreiten droht und mit großen wirtschaftlichen Schäden gerechnet werden muss. Die Entwicklung eines Impfstoff steht noch am Anfang.
Keine Gefahr für Menschen
In Afrika, Asien und Australien ist der Erreger schon länger bekannt. Unklar ist, ob er eingeschleppt wurde oder schon vorher unentdeckt in Europa grassierte. Erstmals registriert wurde der Virus im Sommer 2011 in den Niederlanden. Der Name Schmallenberg-Virus geht auf den kleinen Ort Schmallenberg im Sauerland zurück. Das Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit wies das Virus im November 2011 erstmals bei Proben von Tieren aus diesem Ort nach. Der Erreger wird offenbar durch kleine Mücken, sogenannte Gnitzen, übertragen. Die Insekten infizierten erste Tiere vermutlich schon im vergangenen Sommer. Für Menschen ist das Virus ungefährlich.

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