Bayern 1 - Mainfranken

Schweinfurt/Bamberg Großrazzia wegen illegaler Dumpinglöhne

Im Rahmen einer bundesweiten Großrazzia sind am Dienstag (24.01.2012) auch Einzelhandelskonzerne in Ober- und Unterfranken durchsucht worden. Die Unternehmen Kaufland und Netto sollen rechtswidrige Arbeitsverträge abgeschlossen haben.

Stand: 25.01.2012
Aktenordner Hauptzollamt Schweinfurt | Bild: picture-alliance/dpa

Koordiniert wurde der Einsatz vom Schweinfurter Hauptzollamt. Durch die rechtswidrigen Arbeitsverträge für Staplerfahrer und Lageristen sollen die Unternehmen Tariflöhne unterschritten und so Beiträge für die Sozialversicherungen hinterzogen haben. Nach Angaben aus Ermittlerkreisen erhielten die Arbeiter rund 30 Prozent zu wenig Lohn. Bundesweit waren mehr als 450 Zollbeamte im Einsatz und stellten Beweismittel sicher.

Durchsuchung auch bei Bamberg

Durchsucht wurden insgesamt etwa 60 Verteilzentren, Geschäftsräume und Manager-Wohnungen in Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Sachsen. Auch in Unterfranken kam es zu Razzien. Eine weitere Durchsuchung gab es im Großraum Bamberg. Das bestätigte der Leitende Bamberger Oberstaatsanwalt Bardo Backert dem Bayerischen Rundfunk. über die Höhe des möglichen Schadens für die Sozialversicherung liegen noch keine Angaben vor. Die Schadenssumme könne erst nach Analyse der Beweismittel beziffert werden, heißt es aus dem Hauptzollamt. Die Auswertung könne unter Umständen "einige Monate" in Anspruch nehmen.

Reaktionen der Unternehmen

Die Pressestelle der zur Schwarz-Gruppe gehörenden Kaufland-Kette mit Sitz im baden-württembergischen Neckarsulm hat die Razzia mittlerweile bestätigt. Kaufland arbeite mit dem Zoll "kooperativ zusammen", hieß es. Zu den Vorwürfen teilte Kaufland mit, dass der Logistik-Bereich mit "verschiedenen geprüften Dienstleistern" zusammenarbeite. Diese Zusammenarbeit basiere auf der "Einhaltung aller einschlägigen Gesetze". Die zum Edeka-Verbund gehörende Netto-Kette räumte auf Anfrage "unangemeldete Kontrollen" ein, die das Hauptzollamt regelmäßig durchführe. Man habe wie in den Vorjahren die Arbeit des Hauptzollamtes unterstützt und Einsicht in alle gewünschten Dokumente gewährt. "Beanstandungen sind nicht bekannt", teilte die Pressestelle mit.

Keine Kommentare mehr möglich.

peter, Dienstag, 24.Januar, 19:53 Uhr

1. wenn mann den Hals nicht voll krieg

Die lieben Konzernführer kriegen halt den Hals nicht voll.
Das bringt uns in der Welt wieder ganz nach vorne Indien und Bangladesch sind
uns ganz nahe