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Würzburger Pilotprojekt Schwere Krankheiten besser verstehen

Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) betreibt in Unterfranken eine Biobank. Ein Pilotprojekt von BRK und der Uni Würzburg soll nun mit Hilfe der Biobank dazu beitragen, Krankheiten besser zu verstehen.

Stand: 30.01.2012
Hand hält ein Reagenzglas mit Blutprobe | Bild: Bayerischer Rundfunk

Bei dem Projekt kooperieren erstmals die Biobank des Blutspendedienstes des BRK (BSD) und die Interdisziplinäre Biomaterial- und Datenbank des Würzburger Uni-Klinikums (IBDW). Ziel der Vernetzung ist es, Wissenschaftlern die Analyse von Proben zu ermöglichen, damit diese künftig schwere Krankheiten besser verstehen und behandeln können.

"Einmalige Chance für die Wissenschaft"

Das Pilotprojekt macht es möglich, die Blutwerte der erkrankten Spender vor und nach der Krankheit miteinander zu vergleichen. "Das ist eine einmalige Chance für die Wissenschaft", sagte der ärztliche Direktor des Uniklinikums, Roland Jahns. So finden sich im Blut von Patienten mit Herzschwäche beispielsweise Peptid-Moleküle, die bereits auf die Krankheit hinweisen, bevor die Betroffenen überhaupt Symptome spüren. Diese sogenannten Biomarker wollen die Würzburger Wissenschaftler weiter erforschen. "Wir haben jetzt die Chance, bislang völlig unbekannte Biomarker zu entdecken", betonte Jahns.

Mit fünf Millionen Euro gefödert

Die Bio- und Datenbank der Uni Würzburg ist die einzige bayernweit, die systematisch Gewebe- und Flüssigkeitsproben von Patienten sammelt und aufbewahrt. Für die flüssigen Proben wurden drei Tiefkühl-Container eingerichtet. Die Gewebeproben werden in Tiefkühltanks des Pathologischen Instituts gelagert. Patienten müssen vorher einer Speicherung von Biomaterial zustimmen. Die Würzburger ist eine von fünf nationalen Biobanken. Das Projekt wird vom Bundesforschungsministerium mit fünf Millionen Euro gefördert.

Stichwort "Biobank"

In einer Biobank werden mit Zustimmung des Spenders oder Patienten Proben von Blut, Urin, Speichel und Gewebe gelagert. Sie werden bei Temperaturen bis zu minus 60 Grad Celsius aufbewahrt. So können sie auch nach 25 Jahren noch ausgewertet werden. Mit Hilfe dieser Proben ist es Wissenschaftlern möglich, Merkmale zu erforschen, die bei einer Krankheit auftreten. Normalerweise wird dafür das Blut von kranken Patienten mit dem Blut von gesunden Menschen verglichen. In der Biobank des Blutspendedienstes des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) lagern rund drei Millionen Plasmaproben.