Bayern 1 - Mainfranken

Landkreis Main-Spessart Missbrauchsvorwurf gegen Pfarrer

Die Staatsanwaltschaft Würzburg hat gegen einen 56-jährigen katholischen Priester wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern Anklage erhoben. Der Geistliche, der sich selbst anzeigte, soll zwischen 1993 und 1998 einen Jungen 14 mal sexuell missbraucht haben.

Stand: 31.01.2012
Symbolbild: sexueller Missbrauch | Bild: colourbox.com

Der Priester war bis 2009 in einer Pfarrei im Landkreis Main-Spessart tätig. Danach wechselte er wegen Unstimmigkeiten mit der Pfarrgemeinde ins Bistum Fulda. Er hatte sich März 2011 an den Missbrauchsbeauftragten des Deutschen Ordens in Mainz gewandt. Dieser leitete die Selbstanzeige dann an die Staatsanwaltschaft weiter.

Sohn der Haushälterin

Bei dem Jungen soll es sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft um den Sohn der Haushälterin, den der Pfarrer im Alter zwischen vier und neun Jahren missbraucht haben soll. Weitere Details wurden nicht bekannt.

Umstrittene Praktiken in der Seelsorge

Der Geistliche lebt der Staatsanwaltschaft zufolge derzeit in einem Kloster. Wie ein Sprecher des Bistums Würzburg am Dienstag (31.01.12) bestätigte, war der Mann bis 2009 in der Diözese beschäftigt. Man habe sich damals nach zwölf gemeinsamen Jahren von ihm getrennt, weil er umstrittene Praktiken in der Seelsorge angewendet haben soll. Daraufhin sei der 56-Jährige zum Bistum Fulda gewechselt. Beide Diözesen hätten von dem Missbrauch bis zur Selbstanzeige des Priesters nichts gewusst.

Prozessbeginn nicht vor Mitte des Jahres

Das Landgericht Würzburg muss nun über die Zulassung der Anklage entscheiden. Ein Prozess könnte dem Landgericht zufolge nicht vor Mitte des Jahres beginnen. Erst im Dezember hatte der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann einen Priester in den sofortigen Ruhestand versetzt, der sexuelle Kontakte zu einem Jungen vor mehr als 30 Jahren zugegeben hatte.