Bayern 1 - Mainfranken

Geburtshilfe Karlstadt Bürger scheitern mit Petition

Eine Bürgereingabe an den Bayerischen Landtag sollte die Schließung der Geburtshilfe am Karlstadter Krankenhaus verhindern. Am Donnerstag (16.02.12) hat der Ausschuss für Umwelt und Gesundheit die Petition mehrheitlich abgelehnt.

Stand: 17.02.2012
Menschen bei der Mahnwache für die Geburststation Karlstadt | Bild: BR-Mainfranken/Sylvia Schubart-Arand

Zur Begründung hieß es, der Kreistagsbeschluss vom September 2011 sei eine kommunale Entscheidung und nicht zu beanstanden. Das Gesundheitsministerium habe keinen Einfluss, wenn die Entscheidung nicht dem bayerischen Krankenhausgesetz widerspreche. Der Karlstadter Landtagsabgeordnete Harald Schneider (SPD) bedauert, dass der Ausschuss so entschieden hat. Wegen der Faktenlage habe man damit aber rechnen müssen, erklärte der Politiker. Wie viele Karlstadter Bürger setzt Schneider jetzt seine ganze Hoffnung auf die Arbeitsgruppe zur Restrukturierung und Neuausrichtung des Klinikums Main-Spessart. Das Gremium suche momentan nach Lösungen.

Zu wenige Kinder

Mütter überreichen die Unterschriftenlisten an Landrat Thomas Schiebel

Der Kreistag hatte Ende September 2011 in einer nichtöffentlichen Sitzung beschlossen, die Geburtsstation zum 31. Dezember zu schließen. Vor allem zu hohe fachliche Vorgaben seien der Grund für die Entscheidung. Im Durchschnitt kamen in Karlstadt in den vergangenen Jahren 250 Kinder jährlich zur Welt. Zu wenig, argumentierte unter anderem Landrat Thomas Schiebel (Freie Wähler). Rentabel sei eine Station erst ab 500 Geburten. Auch bei weniger Kindern müsse man aber die Fachärzte verdoppeln, um 24 Stunden ein Team bereit zu halten. Das sei finanziell nicht zu stemmen. Das letzte Kind, das in Karlstadt geboren wurde, heißt Yannick und kam am 29. Dezember zur Welt. Seit dem Wegfall der Geburtsstation in Karlstadt, gibt es im Landkreis Main-Spessart keine Möglichkeit mehr, Kinder zu entbinden.

5.000 Unterschriften gesammelt

Die Kreisbürger kämpften in den vergangenen Monaten vergeblich um einen Fortbestand der Geburtsstation. Ende November überreichten sie gut 5.000 Unterschriften an Landrat Schiebel, um gegen die geplante Schließung der Geburtshilfestation zu protestieren. Zudem hielten knapp 50 Frauen, Männer und Krankenhausangestellte vor dem Krankenhaus in Karlstadt eine Mahnwache ab. Einige der Mütter hatten ihre Babys dabei. Andere hielten Plakate hoch, auf denen etwa zu lesen stand: "Was darf ein Kind kosten?", "Wollen wir weiterhin Kinder?" oder auch "Ziehen wir gleich nach Würzburg?“. Zuletzt hatten sich die Bürger auch an Landtagspräsidentin Barbara Stamm gewandt - vergeblich.

0 Kommentare

Bitte geben sie höchstens 2000 Zeichen ein.

Spamschutz * Bitte geben Sie das Ergebnis der folgenden Aufgabe als Zahl ein: