Aschaffenburg/Hanau Bayern und Hessen kämpfen gegen Fluglärm
Der Landkreis Aschaffenburg und der hessische Main-Kinzig-Kreis wollen gemeinsam gegen den Fluglärm kämpfen.
Der Hanauer Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) sagte, die somit über Ländergrenzen hinweg kooperierenden Landkreise seien schließlich gleichermaßen von Fluglärm betroffen. Als Hauptziel nannte er steigende Anflughöhen der auf dem Frankfurter Flughafen landenden Maschinen. Die Anhebung dieser Flughöhen sei auch das Hauptanliegen der Kreise in der am Mittwoch (22.02.12) anstehenden Sitzung der Fluglärm-Kommission.
Geänderte Flugrouten
Mit der Eröffnung der dritten Start- und Landebahn am Frankfurter Flughafen wurden gleichzeitig die Flugrouten verändert und die Anflughöhen über dem Landkreis Aschaffenburg sind niedriger als zuvor. Außerdem sind nun bis zu 126 Flugbewegungen pro Stunde möglich - bislang waren es nur 80. Die Menschen am bayerischen Untermain beklagen nun mehr Überflüge und damit mehr Fluglärm.
Zwei bis drei Monate lang wird gemessen
Landrat Ulrich Reuter (CSU) hat sich deshalb an die Gemeinnützige Umwelthaus GmbH im hessischen Keltersbach gewandt und beantragt, dass der Fluglärm gemessen werden müsse. Nun gibt es eine telefonische Zusage, teilte Reuter mit. Demnach sollen die Messungen im Kreis Aschaffenburg Anfang 2012 beginnen und die mobile Messstation soll zwei bis drei Monate im Einsatz sein. Davon erhofft er sich mehr Aufschluss über die tatsächlichen Lärmbelästigungen durch Flieger.
Gemeinden im Großraum Frankfurt auf der Verliererseite
Vor allem in Alzenau im Kreis Aschaffenburg könnte es künftig lauter werden: Hier gehen die Flugzeuge nämlich bereits in den Sinkflug über und fliegen eine Schleife um die Stadt herum. "Die Lärm-Beschwerden aus der Bevölkerung haben zugenommen, seit es das neue Anflugverfahren gibt", berichtet Alzenaus Bürgermeister Alexander Legler.
Gewinner des Mega-Projekts
Audio
Die Ende Oktober eröffnete dritte Start- und Landebahn am Frankfurter Flughafen hat rund vier Milliarden Euro gekostet. Während derzeit gut 56 Millionen Passagiere pro Jahr das Drehkreuz passieren, sollen es bis 2020 über 88 Millionen sein. Mit einer neuen Bahn und einem neuen Terminal will Flughafenbetreiber Fraport den steigenden Passagierzahlen und dem Frachtverkehr gerecht werden. Die IHK Aschaffenburg begrüßt die Investition und betont die Bedeutung des Flughafens für die Wirtschaft am bayerischen Untermain. Als Wirtschaftsmotor ist der Rhein-Main-Airport für viele Menschen am Untermain Arbeitgeber und viele Unternehmen hängen von dem Luftverkehrsdrehkreuz ab. Die Zahl von derzeit 70.000 Arbeitsplätzen am Flughafen soll sich durch den Ausbau auf rund 95.000 erhöhen.
Kommunen klagen Nachtflugverbot ein
Zusammen mit sechs hessischen Gemeinden ist Alzenau die einzige bayerische Kommune, die vor Gericht gezogen ist und für ein Nachtflugverbot kämpft. "Wenn es künftig mehr Flüge sein werden, wird es noch lauter", so Legler. Die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Kassel, dass vorerst alle Flüge zwischen 23.00 und 05.00 Uhr gestrichen werden, begrüßt der Rathauschef. Legler geht davon aus, dass auch das Bundesverwaltungsgericht Leipzig der Kasseler Entscheidung folgen und Anfang 2012 für ein komplettes Nachtflugverbot entscheiden wird.
Schwarzer Tag für Umweltschützer
Für Umweltschützer bedeutet die Inbetriebnahme der dritten Start- und Landebahn eine Niederlage. Sie hatten unter anderem mit einem Camp im Kelsterbacher Wald im hessischen Landkreis Groß-Gerau versucht, die Rodung für die neue Landebahn zu verhindern. Immerhin leben hier Flusskrebse, Schlangen und Fledermäuse - und dort befindet sich eines der größten Hirschhornkäfer-Vorkommen Europas. Zwar hat Fraport Wiederaufforstungsmaßnahmen gestartet, aber die seien 70 Kilometer entfernt und davon hätten die Bürger in Rhein-Main nicht viel, kritisiert etwa der Landesverband Hessen im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND).

Wetter




Betroffener, Freitag, 09.März, 14:13 Uhr
5. Es pfeift und grollt weiter am Himmel über AB und Umgebung...
Flugzeug in ungehöriger Überflugshöhe beobachtet (siehe Flightradar24.com) bzw. nervt Euch auch der gestiegene Lärmpegel über der Stadt Aschaffenburg ?
Schreibt Euren Frust bitte ans Stadtplanungsamt...die sollen sich mal auf die Hinterbeine stellen !
Betroffener, Montag, 05.Dezember, 19:47 Uhr
4. Flugrouten und Höhen
Schön, daß sich wenigstens der Landkreis AB wehrt - die Stadt AB verdrängt das Problem offenbar oder sitzt es aus....jeder realisiert, daß die Anzahl der Überflüge als auch die Höhen sich negativ für AB geändert haben...aber der brace Deutsche unternimmt (mal wieder) nichts....Priol würde sagen "Och ja - mir könne ja eh nix mache....es gibt halt arbeitsplätz un da muß me des bissje krach halt ertraache...." oder so ähnlich.
Aber nicht mit mir....
Betroffener, Donnerstag, 01.Dezember, 09:32 Uhr
3. 01.12.2011 - 1180 m Flughöhe über Nilkheim
...heute morgen - ca. 07.30 - eine Maschine überfliegt Aschaffenburg/Nilkheim mit 1150 m Flughöhe und heulenden Triebwerken....
In dieser Höhe wurde in Berlin schon ca. 70 db gemessen...!!
Wenn Ihr wissen wollt, welche Maschine da gerade über Euch hinweg baller:
www.flightradar24.com
Sehr aufschlußreich !!
mehr Kommentare