Gartner Steel and Glass Würzburger Glasfassaden für Winnipeg
Das Würzburger Unternehmen "Gartner Steel and Glass" hat sich auf Gebäudefassaden spezialisiert. Aktuell liefert die Firma die Glasfassade für das Museum für Menschenrechte im kanadischen Winnipeg.
Das gesamte Menschenrechtsmuseum ist aus Glas konzipiert. Projektleiter Tobias Born lässt die kühne Vision des Architekten Antoine Predock in Würzburg Realität werden. "Das ist im Prinzip ein Vogel, der seine Flügel, die sogenannten Wings, um das Gebäude legt", erklärt Born. Insgesamt sind fünf Wings vorgsehen. "Jedes Wing hat ungefähr eine Länge von 80 Metern und eine Höhe von maximal 15 Metern", fügt der Projektleiter hinzu. Die Fassadenteile werden ausgiebig im Windkanal und in der Kältekammer im Werk der Mutterfirma im baden-württembergischen Gundelfingen getestet. Dort erst wird real sichtbar, was in Würzburg auf Grundlage von immer ausgefalleneren Ideen von Architekten in 3D am Computer konzipiert worden ist.
Qualitätskontrolle vor der Auslieferung
Das 150 Millionen-Dollar-Gebäude würde wie ein Kartenhaus in sich zusammen fallen, wenn nicht jedes Bauteil millimetergenau passen würde. Eine Probemontage gehört deshalb zum Pflichtprogramm vor der Auslieferung - auch für jeden Fassadenflügel. "So ein 80 Meter langer Wing wird in drei Teile unterteilt und wird in der Werkstatt liegend aufgebaut und anschließend auseinandergebaut, verpackt, in Container geschafft und dann nach Kanada geschifft", berichtet Born.
Die Kunst, architektonische Vorgaben umzusetzen
Die Umsetzung der Architekten-Entwürfe ist und bleibt eine Herausforderung für die Würzburger Konstrukteure. "Man kann es an einem einfachen Beispiel deutlich machen, in dem man einfach sagt: Da hat jemand 4, 5 Besenstile aufgestellt und eine Decke drüber geworfen, das gibt dann eben die Form von einem Dach", verdeutlicht Geschäftsführer die Aufgabe Armin Franke. Statische Kniffligkeiten lösen Franke und sein Team oft mit Neuentwicklungen wie etwa Glasklebestoffen.
Fassaden mit Schutzfunktion
Zunehmend sehen sich die Würzburger Konstrukteure aber auch dem Wunsch nach Glasfassaden ausgesetzt, die Explosionen stand halten. "Wir führen da für jedes Projekt Versuche durch, erklärt Chefstatiker Klaus Knebel: "Da werden Glasscheiben aufgebaut, eine Bombe gezündet und es wird geschaut, wie sich das Ganze verhält. Die Fassade darf nicht nach innen fallen, um die Leute im Innenraum nicht zu gefährden." In der jüngeren Vergangenheit hat "Gartner Steel and Glass" auch eine explosionshemmende Stahlfassade für einen der Türme am New Yorker Ground Zero geliefert.

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