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Würzburg Ein Jahr Therapieangebot für Sexualstraftäter

Ein Jahr nach ihrer Gründung hat die Fachambulanz für Sexualstraftäter in Würzburg Zwischenbilanz gezogen. Bis Ende 2011 seien 71 Probanden in rund 850 Einzelgesprächen betreut worden, berichtete der Leiter Klaus Weth.

Stand: 21.02.2012
Diplom-Psychologin Anna Goesmann (links), Psychotherapeut Klaus Weth (Mitte) und Sekretärin Kerstin Amrehn (rechts) | Bild: Fachambulanz für Sexualstraftäter in Würzburg

Für dieses Jahr seien die Einrichtung eines Übergangswohnheims für Sexualstraftäter und eine dritte Psychotherapeutenstelle geplant, so der Leiter der Fachambulanz, Klaus Weth. Die Fachambulanz kümmert sich um entlassene Sexualstraftäter und Männer, die zwar noch nicht straffällig geworden sind, aber dazu neigen. Träger ist der Diözesan-Caritasverband Würzburg. Rückfällig oder straffällig geworden sei Weth zufolge bislang keiner der Patienten. Oberstes Ziel der Einrichtung ist es durch spezielle Therapien zu verhindern, dass Sexualstraftäter nach ihrer Haftentlassung rückfällig werden.

Aufbauarbeit abgeschlossen

Laut Weth stand im ersten Jahr ihres Bestehens neben dem Aufbau der Infrastruktur die Vernetzung mit den Kooperationspartnern und den sozialtherapeutischen Abteilungen sowie anderen Ansprechpartnern im Mittelpunkt der Arbeit.

Zweite Anlaufstelle in Franken

Die Würzburger Fachambulanz ist nach München und Nürnberg die dritte Einrichtung im Freistaat. Die Kosten für die Fachambulanz übernimmt in den ersten drei Jahren das bayerische Justizministerium. Denn "Täterarbeit ist Opferschutz" bekräftigt Caritasvorsitzender Clemens Bieber die Zielsetzung. Kriminologischen Studien zufolge wird jeder fünfte Sexualstraftäter rückfällig. Mit einer Therapie kann die Rückfallquote jedoch halbiert werden.