Bayern 1 - Mainfranken

Würzburg Asylbewerber fordern bessere Bedingungen

Mehrere Hundert Asylbewerber haben in Würzburg gegen das geltende Asylrecht und schlechte Lebensbedingungen in den Gemeinschaftsunterkünften demonstriert. Würzburger Flüchtlinge distanzierten sich allerdings von der Protestaktion.

Stand: 13.02.2012
Asylbewerber demonstrieren in Würzburg | Bild: BR-Mainfranken/Katharina Herr

Die Demonstranten zogen vom Hauptbahnhof zum Würzburger Rathaus und weiter zur Regierung von Unterfranken. Neben dem Freistaat ist diese Behörde für die Gemeinschaftsunterkunft in der Veitshöchheimer Straße verantwortlich. Die Teilnehmer forderten in Sprechchören "Menschenrechte für Alle!" und "Essenspakete abschaffen!". Anlass der Protestaktion war der Selbstmord eines Asylbewerbers in der Würzburger Gemeinschaftsunterkunft (GU) an der Veitshöchheimer Straße.

Nordbayerische Asylbewerber angereist

Die Demonstration wurde von mehreren Verbänden und Gruppierungen, unter anderem von der Internationalen Föderation Iranischer Flüchtlinge (IFIR) und dem Zentralrat der Ex-Muslime, organisiert. Zu der Protestaktion kamen Asylbewerber aus Aschaffenburg, Aub und Cham.

Flüchtlinge vor Ort distanzieren sich

Die Protestaktion ist heftig umstritten. Die Mehrheit der in Würzburg untergebrachten Asylbewerber distanzierte sich ausdrücklich davon. Sie wollen in Ruhe ihre Trauer verarbeiten und nicht, dass dieses Einzelschicksal instrumentalisiert wird. "Den meisten Flüchtlingen sind weder die Initiatoren dieser Demonstration bekannt, noch ihre Forderungen und Ziele", sagte die ehrenamtliche Betreuerin Eva Peteler. "Deshalb distanzieren sich viele heute und sagen: Was ich nicht kenne, kann ich nicht unterstützen!"