Schuften in Gemünden Bürgermeister wehrt sich gegen Vorwürfe
Der Gemündener Bürgermeister hat sich gegen Vorwürfe gewehrt, wonach er einen Jugendlichen viel zu lange arbeiten ließ. Zuvor war Kritik laut geworden, weil ein Mitarbeiter der Stadt angeblich mehr als 13 Stunden schuften musste.
Er habe die Dienstpläne kontrolliert, sagte Gemündens Bürgermeister Georg Ondrasch (Freie Wählergemeinschaft) dem Bayerischen Rundfunk. Zwar habe der betreffende Mitarbeiter vor der Präsentation des neuen Internetauftritts der Kommune mehr als 13 Stunden gearbeitet. Zu diesem Zeitpunkt sei der tariflich Beschäftigte aber schon über 20 Jahre alt gewesen, so Ondrasch weiter. Unterdessen hat sich die Kommunalaufsicht eingeschaltet, um den Vorwürfen auf den Grund zu gehen.
Vorwurf: 35 Überstunden in 15 Tagen
Die Vorwürfe waren am Montagabend (13.02.12) im Gemündener Stadtrat auf den Tisch gekommen. da hieß es, ein Azubi habe zeitweise bis zu 13,5 Stunden täglich arbeiten müssen. Dem Gesetz nach hätte er aber nur maximal 8,5 Stunden am Schreibtisch sein dürfen, so der Vorwurf. Ein anderer Mitarbeiter musste den Anschuldigungen zufolge in 15 Tagen fast 35 Überstunden ableisten.
Zeitdruck als Ausrede
In den Zusatzdiensten sollten offenbar Daten für den neuen Onlineauftritt der Stadt bearbeitet werden. Der Stadtrat segnete aufgrund der Anschuldigungen die Rechnungsprüfung für den Internetauftritt nicht ab. Bürgermeister Ondrasch entschuldigte die Arbeitsbedingungen mit dem Zeitdruck beim Erstellen des Internetauftritts der Stadt. Nun prüft die Kommunalaufsicht des Landratsamtes Main-Spessart die Vorwürfe. Dem Bürgermeister droht mindestens ein Bußgeld.
Hintergrund
Die Stadt Gemünden hatte 2009 eine Internetfirma beauftragt, ihr ein neues Internetportal zu erstellen. Der Auftritt sollte 31.500 Euro kosten. Vertraglich wurde allerdings vereinbart, dass die Stadtverwaltung der Firma zu einer bestimmten Zeit Daten zuliefern sollte. Während die Internetfirma ihre Aufgaben korrekt erledigte, lieferte die Stadt verspätet und nur nach mehrfacher Ermahnung. So verzögerte sich die Fertigstellung des neuen Internetauftritts um ein halbes Jahr.

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