Bayern 1 - Blaue Couch

Regisseur Wim Wenders Von der Blauen Couch auf den roten Teppich

In der Nacht auf Montag sind in Los Angeles die Oscars verliehen worden. Der deutsche Regisseur Wim Wenders war mit seiner Tanz-Doku "Pina" nominiert - ging aber leer aus. Vor der Verleihung war er bei Gabi Fischer Gast auf der Blauen Couch.

Stand: 26.02.2012
Wim Wenders | Bild: picture-alliance/dpa

Es ist der wichtigste Filmpreis: der Oscar. In Nacht auf Montag wurden die goldenen Statuen in Los Angeles verliehen. In vier Kategorien dürfen sich deutsche Filmschaffende Hoffnungen machen.

In der Kategorie Dokumentarfilm war Wim Wenders nominiert. Der 66-Jährige ist Regisseur von Spielfilmen wie "Paris, Texas" oder "Der Himmel über Berlin". Für "Buena Vista Social Club" war er 2000 bereits unter den Nominerten, den Preis bekam er damals jedoch nicht.

"Pina"

"Pina" ist eine Hommage an die Tänzerin und Choreographin Pina Bausch, die 2009 verstorben ist. Bausch gründete das Wuppertaler Tanztheater. Die Dokumentation hat Wim Wenders in 3D gedreht. Es ist die erste 3D-Dokumentation, die für einen Oscar nominiert ist. Doch auch diesmal ging der Regisseur leer aus.

Ernst Wilhelm Wenders

Nach Wunsch der Eltern sollte ihr Sohn "Wim" heißen, doch die deutschen Behörden akzeptierten den Namen holländischen Ursprungs nicht, weshalb Wim Wenders eigentlich Ernst Wilhelm Wenders heißt. Geboren wurde er am 14. August 1945 in Düsseldorf. Mit seinem Bruder wuchs er in Koblenz auf, später lebte die Familie in Oberhausen.

1957 schenkte ihm sein Vater eine 8-mm-Kamera, die Wenders nach eigenen Angaben sehr prägte. Vor seinem Studium an der Münchner Hochschule für Fernsehen und Film, studierte er Medizin und Philosophie. An der Pariser Kunsthochschule wurde er 1966 abgewiesen und arbeitete ein Jahr als Kupferstecher.

Wenders und der Neue Deutsche Film

Filmografie (Auszug)

1970: Summer in the City
1971: Die Angst des Tormanns beim Elfmeter
1972: Der scharlachrote Buchstabe
1976: Im Lauf der Zeit
1978-82: Hammett
1984: Paris, Texas
1987: Der Himmel über Berlin
1991: Bis ans Ende der Welt
1993: In weiter Ferne, so nah
1997: End of Violence
1998: Buena Vista Social Club
2002: Viel passiert - der BAP-Film
2004: Land of Plenty
2005: Don't come knocking
2008: Palermo Shooting
2011: Pina

Mit dem Film "Die Angst des Tormanns beim Elfmeter" wurden Presse und Publikum 1971 auf den jungen Regisseur aufmerksam. Als ein Meisterwerk des "Neuen Deutschen Films" wurde 1976 "Im Lauf der Zeit" gefeiert. 1978 ging Wenders in die USA, um mit Francis Ford Coppola den Kriminalfilm "Hammett" zu inszenieren. Sein legendärer Film "Paris, Texas" entstand 1984 ebenfalls in den USA.

Mit "Himmel über Berlin" verblüffte der Regisseur 1987 Kinobesucher und Kritiker gleichermaßen. Die Fortsetzung "In weiter Ferne, so nah" konnte 1993 die hohen Erwartungen nicht erfüllen. Die "Goldene Palme" beim Festival in Cannes erhielt er dennoch.

Mit Auszeichnungen überhäuft

Wim Wenders landete 1998 mit seiner Musik-Doku "Buena Vista Social Club" einen internationalen Erfolg. Die Dokumentation lockte 800.000 Menschen in die Kinos und brachte Wenders die erste Oscar-Nominierung ein. Den Preis bekam er 2000 jedoch nicht. Allerdings bekam Wenders für seine Werke zahlreiche andere Auszeichnungen. Neben der "Goldenen Palme" stehen der "Goldene Löwe", "Silberne Bär", "Goldene Kamera", die "Lola" und viele weitere Filmpreise in seinem Regal.

11 Fragen - 11 Antworten

1

Wenn ich nicht Regisseur wäre, dann wäre ich ...

... Maler geblieben.

2

Meine Mutter hat immer gesagt:

Wärst du doch Arzt geworden!

3

Ein perfekter Tag ist für mich ...

... wenn man sich in einer Gegend verliert, wo man noch nie war und die Sonne scheint.

4

Entschuldigen muss sich mich noch bei ...

.... niemand.

5

Meine größte Schwäche ist ...

... an einen Musikladen vorbei zugehen - ohne etwas zu kaufen.

6

Besonders gut kann ich ...

... CDs abspielen.

7

Am liebsten esse ich ...

... Weißwürste.

8

Viel Geld habe ich zuletzt ausgegeben für …

... Schallplatten aus Vinyl.

9

Bei diesem Ereignis wäre ich gerne dabei gewesen …

... bei der Fußball-WM 1990 in Rom.

10

Wenn ich die Macht dazu hätte, dann würde ich …

... dafür sorgen, dass kein Film mehr gedreht wird für 100 Millionen, sondern 100 für je 1,5 Millionen.

11 Radio bedeutet für mich ...

... meinen Lieblingssender KCAU in Los Angeles im Internet zu hören, im Auto einzuschalten und davon geweckt zu werden.

Wim Wenders und seine Frau Donata bei der Verleihung des Bayerischen Filmpreises im Januar 2012

"Pina" wurde bereits am 9. April 2011 mit dem Deutschen Filmpreis "Lola" in der Kategorie "Bester Dokumentarfilm" geehrt. Am 20. Januar 2012 wurde er von Horst Seehofer mit dem Ehrenpreis des Bayerischen Filmpreises ausgezeichnet, außerdem erhielt er in Berlin den "Prix Arte".

Wim Wenders ist seit 1993 mit der Kameraassistentin und Fotografin Donata Schmidt verheiratet. Das Paar lebt in Los Angeles und Berlin.