Richard Oetker Das Entführungsopfer
Der Konzernerbe ist Opfer eines der spektakulärsten und grausamsten Verbrechen in der Geschichte der Bundesrepublik. Vor genau 35 Jahren wurde der damalige Student entführt und lebensgefährlich verletzt.
Dienstag, 14. Dezember 1976. Es ist schon dunkel, als sich Richard Oetker, Student des Brauwesens, von der Vorlesung auf den Heimweg macht. Auf dem Parkplatz der TU in Weihenstephan wird er von dem Münchner KfZ-Mechaniker Dieter Zlof überfallen, mit vorgehaltener Pistole in einen Lieferwagen gezerrt und in eine Holzkiste gesperrt. Oetker, der 1,94 m groß ist, kann in der Kiste nur gekrümmt liegen. Er kriegt kaum Luft. Der Entführte ist mit Handschellen gefesselt und bekommt Stromschläge, die zu so starken Muskelspasmen führen, dass er sich beide Oberschenkelhälse bricht. Bis heute ist Richard Oetker schwer gehbehindert.
47 Stunden in einer Kiste
Gegen Zahlung von 21 Millionen Mark Lösegeld wird der Industriellensohn schließlich freigelassen. Das Martyrium hatte 47 Stunden gedauert. Zwei Jahre nach der Tat wird Dieter Zlof gefasst. Er leugnet die Tat und wird in einem Indizienprozess zu 15 Jahren Haft verurteilt. 1997 versucht er in London, 12,4 Millionen des registrierten Lösegeldes zu waschen. Er wird gefasst und muss erneut für zwei Jahre hinter Gitter.
Dieter Zlof soll heute eine Imbissbude in München betreiben. Richard Oetker hat 2010 von seinem Bruder August die Leitung der Unternehmensgruppe Oetker übernommen.
"Der Tanz mit dem Teufel"
Viele Jahre lang hat sich Oetker nicht zu der Entführung geäußert. Erst als Zlof versuchte, die Filmrechte zu vermarkten, sah ich der Unternehmer gezwungen, in die Offensive zu gehen und 25 Jahre nach der Tat einem Film aus der Sicht des Opfers zuzustimmen. "Der Tanz mit dem Teufel" lief 2001 im deutschen Privatfernsehen. 2006 begann Oetker dann auch im Rahmen seines Engagements für die Opfer-Vereinigung "Der Weiße Ring" über die Entführung zu reden.

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