Bayern 1 - Blaue Couch

Henry Maske Der Gentleman-Boxer

Er hat dem deutschen Boxsport einen Boom beschert, wie es ihn seit Max Schmeling nicht mehr gegeben hat. Maske, der so gar nicht dem Image des Haudraufs entspricht, ist zum Sympathieträger des Sports geworden. Jetzt war der Ex-Weltmeister Gast bei Gabi Fischer.

Stand: 12.02.2012
Henry Maske und Zeitgenossen | Bild: picture-alliance/dpa

"Ich bin Boxer und nicht Schauspieler", hat Henry Maske einmal gesagt. Das stimmt nur bedingt. Denn Schauspieler war er auch einmal, wenn auch kein ein besonders guter. Nach seiner Karriere im Ring hat er 2010 in dem Spielfilm "Max Schmeling" mitwirkt und konnte da vor allem in den Boxszenen überzeugen.

Henry Maske ist 1964 in der brandenburgischen Kleinstadt Treuenbrietzen südlich von Berlin geboren. Er hat als Siebenjähriger mit dem Boxsport begonnen und kam nach ersten Erfolgen als DDR-Nachwuchsmeister Anfang der Achtziger zu Trainer Manfred Wolke nach Frankfurt a.d. Oder. Der lehrte Maske einen unorthodoxen, defensiven Boxstil und führte ihn Mitte der Achtziger an die Weltspitze der Amateurboxer.

Lichtgestalt der Wende

Bei den Olympischen 1988 in Seoul holt Maske Gold im Mittelgewicht und ein Jahr später in Moskau die Weltmeisterschaft im Halbschwergewicht. Noch vor der Wende wechselt der damalige Oberleutnant der Nationalen Volksarmee ins Profilager und wird im Jahr 1990 vom Wuppertaler Boxmanager Wilfried Sauerland unter Vertrag genommen. 1993 bestreitet er dann gegen Charles Williams seinen ersten Titelkampf um die WM-Krone. Maske gewinnt und verteidigt seinen Titel in der Folge zehnmal erfolgreich. Seine Kämpfe sind ein Medienereignis im wiedervereinigten Deutschland. Millionen verfolgen im Fernsehen, wenn der Box-Heroe unter den Klängen von "Conquest of Paradise" von Vangelis in den Ring steigt.

Comeback und letzter Sieg

Seine einzige Niederlage kassiert der Ausnahmeboxer 1996 in seinem vermeintlich letzten Kampf gegen Virgil Hill. Mehr als zehn Jahre später will Maske es noch einmal wissen und die Niederlage wettmachen. Er wagt als 42-Jähriger ein Comeback. Die Revanche gegen Hill findet am 31. März 2007 in der Münchner Olympia-Halle statt. Maske gewinnt den Kampf - und verkündet seinen endgültigen Abschied vom Boxsport. Time To Say Good-bye!

11 Fragen - 11 Antworten

1

Wenn ich nicht Schauspieler geworden wäre, dann wäre ich ...

Basketballspieler geworden.

2

Meine Mutter hat immer gesagt ...

da deine Schwester nicht Balletttänzerin geworden ist, sollst du es werden.

3

Ein perfekter Tag ist für mich ...

wenn die Sonne schon morgens durch's Fenster scheint.

4

Entschuldigen muss sich mich noch bei ...

niemandem. Ich bin ein Mensch, der bereit ist, sich zu entschuldigen.

5

Frauen sind ...

wunderbar.

6

Kennenlernen würde ich gerne mal ...

Obama? Ich bin mir nicht sicher, ob ich ihn wirklich kennenlernen will. Spannend wär's sicher.

7

Am liebsten esse ich ...

Spaghetti aglio e olio.

8

Besonders gut kann ich …

kochen, sagen zumindest meine Kinder.

9

Bei diesem Ereignis wäre ich gerne dabei gewesen …

bei der Jahrtausendwende in Australien.

10

Wenn ich die Macht dazu hätte, dann würde ich …

zeigen, dass es Wichtigeres gibt als Geld.

11

Radio ist für mich ...

ein ständiger Begleiter.

Heute verdient er sein Geld als Franchise-Nehmer von McDonald's-Filialen, seinem großen Vorbild Max Schmeling nicht unähnlich, der als Coca-Cola-Franchise-Nehmer tätig war.

Maske ist in zweiter Ehe verheiratet, er hat zwei Töchter und einen Sohn aus erster Ehe.