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Pilotprojekt Ein Herz für Schwalben

Hermann und Hedwig Schmidt im unterfränkischen Römmelsdorf im Landkreis Hassberge haben ein Herz für Schwalben. Sie schrauben sogar künstliche Nester in ihren Kuhstall. Und so haben sie im Augenblick 16 Brutpaare im Stall.

Stand: 24.07.2012
Schwalbe | Bild: picture-alliance/dpa

Gerade in Kuh- und Schweineställen bauen Schwalben gerne ihre Nester. Weil es aber immer weniger Kuhställe gibt, tun sich die Schwalben schwer. Das Landesamt für Umwelt stellt heute im oberbayerischen Krün ein Pilotprojekt zum Schutz von Schwalben vor. Denn deutschlandweit gibt es immer weniger Mehl- und Rauchschwalben - sie werden bereits in der Vorwarnstufe für die Rote Liste der gefährdeten Tiere Bayerns geführt. Der Präsident des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, Claus Kumutat, stellt das Projekt am Dienstag Mittag zusammen mit Landrat Harald Kühn und Thomas Schwarzenberger, dem Bürgermeister der Gemeinde Krün vor.

Pilotprojekt im Landkreis Garmisch-Partenkirchen

Das Pilotprojekt zum Schwalbenschutz wird vom Landesamt für Umwelt zusammen mit Teilnehmern des Freiwilligen Ökologischen Jahres im Landkreis Garmisch-Partenkirchen durchgeführt. Untersucht werden unter anderem Möglichkeiten, wie man die Tiere beim Bau ihrer filigranen Nester unterstützen kann, denn immer häufiger finden die Schwalben kein geeignetes Nistmaterial mehr. Das Vogelschutzprojekt soll zeigen, wie einfach Artenschutz durch die örtliche Bevölkerung eines Wohnortes gefördert werden kann. Bei ähnlichen Projekten, beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern, hatte sich gezeigt, dass das größte Problem beim Schwalbenschutz die Unkenntnis vieler Hausbewohner ist.

Künstliche Lehmpfützen für die Schwalben

Der Naturschutzbund hat deswegen Schwalbenberater ausgebildet, die den Menschen vor Ort mit Rat und Tat zur Seite stehen. Dabei geht es um praktische Hilfen für Hausbewohner, wie zum Beispiel das Anbringen von Kotbrettern unter den Nestern. Aber auch den Tieren kann das Leben relativ einfach erleichtert werden, wenn beispielsweise eine künstliche Lehmpfütze angelegt wird, in der die Vögel das perfekte Material für ihren Nestbau finden.

Vorbildliche Schwalben-Hilfe im Landkreis Hassberge

Bei Hermann und Hedwig Schmidt im unterfränkischen Römmelsdorf im Landkreis Hassberge schießen die Schwalben jetzt schon zahlreich durchs Kuhstallfenster, fliegen noch ein paar scharfe Kurven über die Köpfe der Kühe hinweg und steuern ihr Nest an. Der Römmelsdorfer Landwirt Hermann Schmidt liebt dieses Schauspiel in seinem Stall. Der großgewachsene Landwirt hat ein Herz für Schwalben. Er schraubt er immer neue künstliche Nester in seinen Stall. Und ruck zuck ist das neue Nest bezogen.

"Es wäre wirklich traurig, wenn in unserem Stall die Schwalben fehlen würden."

Hedwig Schmidt

Gut für Kühe, gut für Schwalben

Die Kühe profitieren von den Schwalben, weil sie die lästigen Fliegen fressen. Und die Kühe sorgen für Wärme im Stall. Eine klassische Win-Win-Situation, wie Betriebswirte sagen würden. Klaus Mandery vom Bund Naturschutz in Ebern ist vom Engagement des Landwirtehepaars begeistert. Gerade weil die Mehl- und die Rauchschwalbe immer schwerer Nistmöglichkeiten finden. Doch viele wollen einfach keinen Schwalbenkot an der Hauswand haben. Ist doch aber kein Problem, sagt Hermann Schmidt. Bis Mitte September sind die Schwalben noch hier. Dann ziehen sie wieder in ihre Winterquartiere bis nach Südafrika.


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