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Energiewende Stromtrassen durch Bayern

Nach dem Atomausstieg 2022 muss Strom aus erneuerbaren Energien von Nord nach Süd transportiert werden. Noch ist unklar, wie die vier großen Stromtrassen durch Deutschland genau verlaufen sollen. Start- und Endpunkte stehen aber fest. Betroffen sind u.a. Meitingen bei Augsburg und Raitersaich im Landkreis Fürth.

Von: Lorenz Storch Stand: 12.06.2012

Deutschland braucht neue Stromleitungen - sonst wird es nichts mit der Energiewende. Jetzt haben die Stromnetzbetreiber den so genannten "Netzentwicklungsplan" vorgestellt. Darin steht, wo neue Leitungen nötig sind. Heute Abend befasst sich der Gemeinderat in Meitingen bei Augsburg damit, denn die Marktgemeinde ist der Endpunkt für eine der geplanten neuen Strom-Autobahnen. Die Meitinger sind aber nicht die einzigen in Bayern, die sich auf neue Hochspannungsleitungen einstellen müssen

Vier neue Höchstspannungstrassen durch Bayern

Infografik: Geplante Stromtrassen in Deutschland | Bild: BR zur Infografik Netzentwicklungsplan Vier große Stromautobahnen

Der Netzentwicklungsplan sieht vor, 3.800 Kilometer neue Stromtrassen zu bauen und 4.000 bereits bestehende Kilometer aufzurüsten. Der Schwerpunkt liegt auf neuen, leistungsstarken Nord-Süd-Verbindungen. Hier könnten sie verlaufen. [mehr]

Der Netzentwicklungsplan sieht insgesamt vier neue Trassen vor, die durch den Freistaat gehen sollen. Nicht mitgerechnet die beiden, die ohnehin schon in Planung sind, nämlich die Verbindung von Redwitz in Oberfranken über den Thüringer Wald und die neue Stromtrasse von Simbach nach Landshut, die Strom aus Österreich (wo ja neue Pumpspeicher geplant sind) und vom geplanten Gaskraftwerk bei Burghausen an den Einspeiseknoten des bisherigen Kernkraftwerks Isar bringen soll.

Atomkraftwerke werden abgeschaltet - die Knotenpunkte bleiben

Die Knotenpunkte im Stromnetz werden weiter benutzt - als Zielpunkte von neuen, großen Stromautobahnen, die Windstrom aus dem Norden nach Bayern bringen sollen. Eine verbindet die Nordseeküste mit Bayern - von Brunsbüttel nach Grafenrheinfeld bei Schweinfurt. Sie geht dann weiter nach Raitersaich im Kreis Fürth - und (allerdings erst bis 2032) nach Vöhringen bei Neu-Ulm (in die Nähe des jetzigen Kernkraftwerks Gundremmingen). Vor allem in Franken nördlich von Grafenrheinfeld soll noch mehr gebaut werden: Gleich zwei zusätzliche 380 kV-Leitungen - die eine geht dann von Grafenrheinfeld nach Nordhessen, die andere in den Nordosten nach Thüringen. Und es gibt die erwähnte Leitung nach Meitingen bei Augsburg, das andere Ende dieser Stromautobahn soll bei Halle in Sachsen-Anhalt sein - sie ginge also quer durch ganz Bayern.

Viel Landschaft ist betroffen

In Luftlinie führen die Leitungen quer über die Rhön, das Grabfeld, den Frankenwald, den Großraum Nürnberg. Wo genau die Trassen liegen sollen, steht aber noch nicht fest, sondern nur die Anfangs- und Endpunkte dieser Leitungskorridore. Aber man wird sicher versuchen, möglichst konfliktfreie Trassen zu finden - zum Beispiel entlang von Autobahnen, damit Anwohner sich nicht gestört fühlen. Sicher wird auch oft die Forderung nach Erdkabeln kommen. Problem: Zum einen sind diese fünf bis sechs Mal so teuer, zum anderen haben sie technische Nachteile. Und wenn ein Erdkabel durch den Wald geht, braucht es auch eine 25 Meter breite Schneise. Aber für bestimmte Teilstrecken ist es sicher möglich, die Kabel unter die Erde zu legen.

Die Bagger rollen noch nicht

Zuerst muss der Bund ein Gesetz zu den Stromleitungen verabschieden, das wäre frühestens im Herbst möglich. Und dann kommen die Genehmigungsverfahren, für die die Länder zuständig sind. Aber so viel ist klar: In zehn Jahren müssen diese neuen Leitungen fertig sein, sonst klappt das nicht mit der Energiewende.


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