Alles Käse oder was Die Westallgäuer Käsestraße
Unter den touristischen Routen in Bayern dürfte die "Romantische Straße" die bekannteste sein. Es gibt aber auch die Bier- und Burgenstraße, die Porzellanstraße oder die Deutsche Alpenstraße. Sehr geschmackvoll ist in jedem Fall die "Westallgäuer Käsestraße".
Auf einem insgesamt 150 Kilometer langen Rundkurs führt sie durch die Landschaft zwischen Bodensee und Allgäuer Alpen. Und fast in jedem Dorf gibt es noch eine Sennerei, in der Käser ihre Spezialitäten herstellen.
Liebevoll, ja fast zärtlich bürstet Käsemeister Helmut Pfanner den Laib Bergkäse mit Salzwasser ab. Schließlich soll der Käse seine typische dicke Naturrinde bekommen und, nach der Reife, würzig schmecken - der Lohn für mindestens drei Monate Arbeit. Aus der Milch der Böserscheidegger Bauern macht er Kräuterkäse, Butterkäse und Pfefferkäse. Helmut Pfanners Paradekäse ist der Bergkäse. Den stellt der Käsemeister noch ganz traditionell her, so wie vor 100 Jahren.
Der Geschmack von saftigem Gras, Kräutern, ja der ganzen Westallgäuer Landschaft - zum Mitnehmen in einem Stück Käse. Und dabei ist die Sennerei in Böserscheidegg nur eine von insgesamt zwölf Käsereien entlang der Käsestraße. Wer hier unterwegs ist, der bekommt, zwischen Bergkäse und Emmentaler, eine liebliche Voralpenlandschaft serviert – mit urigen Bauerndörfern, Wiesen, Kühen und den Bergen, vom Hochgrat über die Schweizer Berge bis hin zum Bodensee.
Man braucht viel Zeit
Für die Käsestraße braucht man Zeit und recht weit kommt man auch nicht. Denn alle paar Kilometer gibt es eine andere Käserei, und jede hat Ihre Spezialitäten zum Probieren - so wie die Sennerei in Bremenried bei Weiler. Hier macht Helmut Bergmann Deutschlands besten Emmentaler – mehrfach ausgezeichnet.
Wer mag, darf in den Sennereien entlang der Käsestraße einen Blick in die Käsekeller werfen und sich in den blank polierten Kupferkesseln spiegeln. Bei so einer Besichtigung erfahren Besucher nicht nur, wie die Löcher in den Käse kommen, sondern auch viel über die besondere Qualität.
Es lohnt sich, ein Stück Käse mit nach Hause in die eigene Küche zu nehmen und den Klassiker zu kochen: die Allgäuer Kässpätzle.
Rezeptvorschlag
Allgäuer Kässpätzle mit Zwiebeln von Angelika Vochezer für 4 -6 Personen
Zutaten für den Teig:
- 500 g Mehr
- 5 Eier
- 1 EL Salz ca. je 150 g Bergkäse und Emmentaler (ca. 6 Monate alt)
- 150 Gramm Butter oder Butterschmalz 5 Zwiebeln
Zubereitung:
Aus Mehl, besser noch Spätzlemehl, 5 Eiern, Salz und ca. 1/8 l Wasser einen zähflüssigen Teig mit dem Kochlöffel rühren (nicht mit der Küchenmaschine den Teig machen, er wird zu fest, die Spätzle sind dann zu hart).
Teig abdecken und ca. 15 Minuten ausquellen lassen. Vom Käse die Rinde entfernen und reiben. Die Zwiebeln schälen und auf dem Küchenhobel in hauchfeine Ringe schneiden. In einem großen Topf Salzwasser (1 Tl Salz) zum Kochen bringen.
Für die Zwiebeln 100 Gramm Butter oder Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen und darin die Zwiebelringe anbraten. Salzen und pfeffern. Wer mag, kann sie mit etwas braunem Zucker bestreuen und unter Wenden karamellisieren.
Den Schlitten vom Spätzlehobel portionsweise mit Teig füllen und zügig in kochende Wasser hobeln. Immer umrühren, damit die Spatzen nicht zusammenkleben. Schwimmen die Spatzen an der Wasseroberfläche, müssen sie mit dem Schaumlöffel "abgefischt" werden.
Gut abgetropft kommt nun in eine vorgewärmte Auflaufform die erste Lage Spatzen, über die erste Lage gleich eine gute Handvoll Käse darüber streuen. Dann den Schlitten wieder mit Teig füllen und die nächste Lage Spätzle in die Auflaufform geben, wieder Käse darauf und immer so weiter, bis der ganze Teig verarbeitet ist.
Die letzte Lage sind Spätzle. Butterflocken mit der restlichen Butter darüber geben und die gebräunten Zwiebel darüber. Die Käsespatzen in der Auflaufform zu Tisch bringen und dazu Feld- oder Endiviensalat servieren.
Wer den Kontrast von Käse und süß mag, kann auch Apfelmus oder Preiselbeerkompott dazu essen.
Der besondere Tipp:
Der Spätzleteig kann auch anstatt mit Wasser mit hellem Bier angerührt werden.
Bayern 1 wünscht guten Appetit.

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