Bayern von unten Der Weltkriegsbunker in der Fuggerei
Die Fuggerei ist eine der Sehenswürdigkeiten in Augsburg. Die 1521 von Jakob Fugger dem Reichen begründete Sozialsiedlung gilt als die älteste der Welt. Ein Spaziergang durch die Gassen der Jahrhunderte alten Siedlung ist besonders romantisch.
Es lohnt sich, die Fuggerei nicht nur von oben zu besichtigen. Denn auch von unten kann sie viel über die Geschichte der Stadt und Bayerns insgesamt erzählen. Seit einigen Jahren ist der ehemalige Weltkriegsbunker für Besucher zugänglich.
Wenn Ingeborg Beer in der Augsburger Fuggerei die zwölf Stufen hinunter in den Weltkriegsbunker steigt und durch die schweren Eisentüren geht, dann ist das für sie wie eine Art Zeitmaschine: zurück ins Jahr 1944, als sie als kleines Mädchen selbst hier unten saß und die Bombenangriffe abwartete.
Acht Jahre war sie damals alt, als sie zusammen mit rund 200 anderen Fuggereibewohnern Schutz in dem noch heute original erhaltenen Bunker suchte. Die meterdicken Stahlbetonmauern, die Gasschleuse, die schweren Eisentüren – alles ist noch so wie vor fast 70 Jahren.
Bunker war Rumpelkammer
Nach dem Krieg war der Bunker zunächst eine Rumpelkammer. Lange Jahre blieb das so, bis sich Sabine Darius und die Fuggerschen Stiftungen überlegten, was aus dem Betonmonstrum gut fünf Meter tief in der Erde geschehen soll. Schließlich entschied man sich, den Bunker als das zu zeigen, was er war: ein Schutzbunker, gebaut 1943 von französischen Kriegsgefangenen.
Ausstellungsinseln in den fünf Räumen zeigen den ganzen historischen Bogen - von der Machtergreifung Hitlers über die Zerstörung durch die Fliegerangriffe bis hin zum Wiederaufbau der Fuggerei. Und sie erinnern an ein für die Fuggerei ganz wichtiges Ereignis. Denn hier entschied das Seniorat der Fuggerschen Stiftungen unmittelbar nach den Bombardierungen, dass die zu zwei Dritteln zerstörte Fuggerei sofort wieder aufgebaut wird - und das mitten im Krieg.
Bewohner überlebten
Praktisch alle Bewohner der Fuggerei überlebten in dem Bunker, dem tiefsten und damals sichersten Ort der Sozialsiedlung. Wer da hinuntergeht, kann ganz unmittelbar ein Stück deutscher Geschichte erleben und spüren.
Mehr Infos unter www.fuggerei.de

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