Bayern 1 - Bayern 1 am Samstag

Petri Heil Von der Jagd auf den Huchen

Was für den Jäger ein kapitaler Hirsch, ist für den Fischer ein großer Huchen. Der Süßwasserlachs, wie er auch genannt wird, kann gut einen Meter lang werden und kommt vor allem in den Alpenflüssen wie Iller, Lech, Isar und Inn vor.

Stand: 06.02.2012
Faszination Huchenfischen | Bild: Günter Leibig

Der Huchen ist selten und schwer zu fangen. Jetzt im Winter, wenn dem hungrigen Räuber die Beutefische knapp werden, stehen die Chancen für einen Huchenbiss am besten. Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie zum Beispiel am Augsburger Lech Angler sehen, die bei Eiseskälte und Schneetreiben im Wasser stehen und Jagd auf ihren Traumfisch machen.

Bayern 1-Reporter Oliver Christa bekommt Tipps.

Für Marco Mariani ist der Huchen der König unter den Fischen. "Deshalb, sagt der passionierte Angler, "spricht man beim Huchen auch vom Fisch der 10.000 Würfe." Für den ersten Wurf an diesem Tag benutzt er einem Gummifisch in Forellenform. Damit will er den Huchen überlisten.

Das Lechwehr

Die Stelle hinter dem Lechwehr im Augsburger Stadtteil Hochzoll soll gute Fänge versprechen. Hochkonzentriert zupft Marco Mariani seinen Köder vorbei an glitschig grünen Felsblöcken und durch tiefe Gumpen. Und vergisst im Jagdfieber die beißende Kälte, die langsam seine Beine hochkriecht – so steht der Angler unter Strom.

Im eiskalten Wasser

Geduld ist gefragt.

Marcos Angelfreund Günter Leibig watet derweil durch das hüfthohe, eiskalte Lechwasser hinüber zu einer Kiesbank mitten im Fluss. Von dort will er sein Glück versuchen. Immer dann, wenn's eigentlich auf der Ofenbank am gemütlichsten wäre, packt Günter Leibig die Angel ein und geht auf Huchenjagd: Huchenwetter, das heißt Minusgrade, Schneetreiben und diffuses Licht, in dem der Räuber die Angelköder nur schlecht als Imitate erkennen kann.

Eine Schau

Ein prächtiger Fang

Dass ihn Spaziergänger schief anschauen, wenn er im Schneetreiben steht und fischt, ist Günter Leibig gewohnt. Aber er hatte auch schon andere Erlebnisse – besonders nach kapitalen Fängen. Einmal stoppte in Augsburg sogar extra die Straßenbahn, um den Fahrgästen einen Blick auf den von Günter Leibig gefangenen Riesenfisch zu ermöglich. Und dann hat ihn einmal die Feuerwehr von Unterbergen nach Hause gefahren, weil er den kapitalen Fisch mit seinem Moped sonst nicht nach Hause gebracht hätte.

Ein Feuerwehreinsatz ist diesmal nicht nötig. "Ein Huchen mag einfach nicht beißen. Aber das gehört zum Geschäft", sagt Günter Leibig. Misserfolge sind beim Huchenfischen normal. Und die Freude über einen Fang ist dafür dann um so größer.

Günter Leibig hat sogar im Eigenverlag ein Buch über das Huchenfischen geschrieben: "Der Huchen. Fischwaid auf den König der Salmoniden."