Anti-Erkältungstipps: Viren mögen keine trockene Luft.
Schnupfen Wenn die Nase läuft
Niesen und Schnupfen sind wohl die lästigsten und auffälligsten Erkältungssymptome. Doch warum niesen wir eigentlich? Und gibt es Hilfe gegen Schnupfen und Co.?
Gelangen Fremdkörper, zum Beispiel Staubkörner in die Nase, setzen sie sich auf den Schleimhäuten ab. Dadurch werden die Nasenschleimhäute gereizt, man muss niesen und der Staub ist raus. Das Niesen ist also ein Selbstreinigungsmechanismus der Nase. Ähnlich kommt das Niesen bei einer Erkältung zu Stande. Hier produziert die Nase viel mehr Schleim als sonst. Durch den ständigen Sekretfluss wird die Schleimhaut stärker und öfter gereizt. Ergebnis: Man niest bei einer Erkältung häufiger.
Explosionsartige Vermehrung
Schnupfen kann von über 200 verschiedenen Viren und Bakterien verursacht werden. In der Nase befällt der winzige Erreger sofort die Schleimhaut. Er dockt mit seinen Rezeptoren an der Zelle an, dringt in sie ein und programmiert sie um. Er bringt die Zelle dazu, nur noch Erreger herzustellen. Anschließend stirbt die Zelle. Explosionsartig vermehren sich die Viren oder Bakterien. Und der Körper reagiert: Die Schleimhaut entzündet sich und produziert verstärkt Schleim. Dadurch sollen die Viren weggeschwemmt werden.
So bekommen Sie Schnupfen in den Griff
Tropfen
Tricksen mit den Tropfen: Ist Ihre Nase "dicht", benutzen Sie sofort ein abschwellendes Nasenspray. Das hilft nämlich, Ohren und Neben- beziehungsweise Stirnhöhlen offen zu halten. So entsteht kein Druckschmerz und in den abgeschlossenen Bereichen können sich keine Bakterien ansiedeln. Übrigens: Kinder-Nasentropfen helfen Erwachsenen meist genauso und schaden der Schleimhaut weit weniger.
Meersalz
Meersalz als Alternative: So bald wie möglich - spätestens nach fünf Tagen - steigen Sie auf sanftere Präparate um: Meersalz-Spray, Meersalz-Nasensalbe oder homöopathische Mischungen in Sprayform. Wohltuend sind auch Nasenduschen, mit denen man Bakterien und Viren "von den Schleimhäuten" spült. Fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse - manche stellen solche Duschen kostenlos zur Verfügung - oder besorgen Sie eine im Drogeriemarkt. Dort gibt es auch fertige Salzmischungen.
Zwiebelsocken
Zwiebeln gegen Schnupfen: Zwei mittelgroße Zwiebeln würfeln und so lange im Dampfbad andünsten, bis sie gut warm sind. Dann in dünne Zellstoffbeutel (zum Beispiel große Teebeutel) füllen, in ein Tuch schlagen und auf die Fußsohlen legen. Socken darüberziehen, Wärmflasche dazu und eine wärmende Decke darüber.
Homöopathie
Wenn Sie gute Erfahrungen mit Homöopathie gemacht haben, können Sie Globuli oder Mischungen probieren: Es gibt beispielsweise Tropfen gegen Stirnhöhlenentzündungen zum Einnehmen, die den Schleim "zum Laufen bringen" oder abschwellende Nasensprays mit homöopathischen Wirkstoffen.
Und was hilft?
Es gibt hunderte Medikamente: Tabletten, Sprays, Tropfen und andere Hausmittelchen. Sie lindern zwar die Symptome, bekämpfen aber nicht den Schnupfen. Die Entwicklung eines echten Anti-Schnupfen-Mittels ist aufwändig. Denn um den über 200 verschiedenen Viren und auch Bakterien den Garaus zu machen, reicht ein einziges Medikament wohl kaum aus. Ob es je ein Schnupfenmedikament geben wird, steht in den Sternen.
"Trompeten" schadet
Doch zum Glück haben die Schnupfenforscher bereits andere wichtige Erkenntnisse gewonnen, etwa zum Nase putzen. Kräftiges "Trompeten" befreit nicht vom Schnupfen, im Gegenteil: Es kann sogar schaden. Der unglaubliche Druck könnte verschiedenen Organen oder Organbestandteilen im Kopf schaden.
Wie die Ansteckung verhindern?
"Gar nicht!", lautet die frustrierende Erkenntnis. Einzige Empfehlung, um das Ansteckungsrisiko etwas zu verringern: Häufiges Hände waschen! So wird man wenigstens dort die Bakterien oder Viren wieder los. Außerdem mit den Händen möglichst nicht Nase, Mund und Augen berühren - an den Schleimhäuten ist die Eintrittspforte für die Erreger. Tests mit neuen antiseptischen Waschlotionen, die Pyroglutaminsäure oder Salicylsäure enthalten, haben gezeigt, dass diese im Unterschied zu normaler Seife in der Lage sind, an den Händen haftende Schnupfenviren sofort abzutöten. Die Wirkung hält über mehrere Stunden an. Pyroglutaminsäure ist Bestandteil handelsüblicher Feuchtigkeitscremes, Salicylsäure kommt in frei verkäuflichen Aknemitteln vor.
Forschung
In einem legendären Versuch haben britische Wissenschaftler schon in den 50er-Jahren festgestellt: Beim Niesen werden die Keime mit bis zu 150 km/h aus der Nase geschleudert und weit verteilt. Auf einer Party wurde ein Schnupfenträger eingeschleust. Sein Nasenschleim wurde mit einer fluoreszierenden Flüssigkeit gekennzeichnet. Der so Präparierte versprühte nicht nur seinen Charme, sondern auch den fluoreszierenden Nasenschleim. Und siehe da: Schon nach wenigen Minuten waren das gesamte Essen und die Nasen fast aller Partygäste mit der leuchtenden Flüssigkeit bedeckt. Die Schnupfenviren waren überall.

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