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Schüsse in der Nacht Reichsbürger von Dietmannsried löst mit Schreckschusspistole SEK-Einsatz aus

Bei der Waffe, mit der ein Reichsbürger in Dietmannsried im Oberallgäu um sich geschossen hat, handelt es sich um eine Schreckschusspistole. Das bestätigte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West in Kempten dem BR-Studio Schwaben. Ein SEK-Kommando hatte den Mann am Morgen festgenommen. Inzwischen ist der 44-Jährige wieder auf freiem Fuß.

Von: Günther Rehm

Stand: 07.12.2017

Haus des 44-jährigen Reichsbürgers in Dietmannsried im Oberallgäu von außen   | Bild: BR/ Rupert Waldmüller

Die Beamten fanden im Haus des Mannes sowohl die Waffe als auch Munition dafür. Mit der Schreckschusspistole hatte er gestern Abend zwischen 21 und 22 Uhr zweimal mehrere Schüsse abgegeben, beim zweiten Mal "in Richtung eines Nachbarhauses", so die Polizei. Nachbarn hatten daraufhin die Polizei alarmiert.

"Reichsbürger" lässt sich widerstandslos von SEK-Kommando festnehmen

Nachdem der 44-Jährige die ganze Nacht nicht öffnete, nahm ihn am Morgen ein SEK-Kommando fest. Er leistete keinen Widerstand. Bei dem Einsatz gab es keine Verletzten.

Weil der Dietmannsrieder die Schüsse auf seinem Grundstück abgab, brauchte er dafür nach Angaben des Sprechers des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West in Kempten keine Erlaubnis. Allerdings drohe dem Mann eine Strafanzeige wegen Bedrohung und Verstoßes gegen das Waffengesetz, da er grundlos geschossen habe. Die Kemptener Kripo hat den Fall übernommen.

"Reichsbürger"-Dokumente bei Durchsuchung gefunden

Die Schreckschusspistole wurde sichergestellt, der 44-Jährige auf freien Fuß gesetzt. Das Motiv des Mannes ist unklar. Er machte dazu bei seiner Vernehmung keine Angaben.

Nach den Worten des Polizeisprechers war den Behörden bekannt, dass er der "Reichsbürger"-Bewegung angehört. Er habe sich dementsprechend auf Ämtern verhalten. Bei der Durchsuchung des Hauses wurden für "Reichsbürger" typische Dokumente gefunden. Am Briefkasten vor der Haustür klebt ein Aufkleber der NPD. Etwas Vergleichbares wie die Schüsse aus der Schreckschusspistole sei aber bislang nicht vorgefallen, sagte der Sprecher.


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