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Wahlkampf in Rosenheim Merkel bestürzt über Vergewaltigung am Simssee

Angela Merkel ist unter bestimmten Umständen dafür, Strafen für Vergewaltiger zu verschärfen und den Schutz der Opfer zu verbessern. Das erklärte die Bundeskanzlerin bei ihrem Wahlkampfauftritt in Rosenheim. Am nahegelegenen Simssee war am Wochenende eine Joggerin vergewaltigt worden.

Von: Dagmar Bohrer-Glas und Arne Wilsdorff

Stand: 13.09.2017

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht am 12. September 2017 auf dem Max-Josefs-Platz in Rosenheim. | Bild: dpa-Bildfunk/Matthias Balk

Merkel, die auf Einladung der CSU nach Rosenheim gekommen war, erklärte, Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner habe sie "eben auf die traurigen Vorfälle in der Region hingewiesen". Ihre Regierung werde sich anspornen, "alles, aber auch alles Machbare zu tun, um Menschen das Gefühl und die Realität der Sicherheit zu geben", kündigte die Kanzlerin an.

"Und wo immer wir Strafen verschärfen müssen, werden wir das tun, wenn es geboten ist, um den Opfern zu helfen und Opfer vor Straftaten zu schützen. Damit es möglichst gar keine Opfer gibt."

Bundeskanzlerin Angela Merkel

Mutmaßlicher Täter ist abgelehnter Asylbewerber

Am 9. September war eine 34-jährige Frau beim Joggen am Simssee vergewaltigt worden. Festgenommen wurde ein 34-jähriger abgelehnter Asylbewerber aus Nigeria. Der Mann sitzt in Untersuchungshaft.

Vermutlich kein Zusammenhang mit Vergewaltigung am Mangfalldamm

Ein Zusammenhang zur Vergewaltigung Ende Juli am Mangfalldamm in Rosenheim besteht nach Polizeiangaben wohl nicht. "Es sieht nicht danach aus", so ein Polizeisprecher zum BR. Die Ermittlungsgruppe sei hier nach wie vor sehr aktiv, aber leider gebe es wenig neue Erkenntnisse und wenig Hinweise aus der Bevölkerung.

Am 23. Juli war eine 21-jährige Frau am frühen Morgen an der Mangfall in Rosenheim im Bereich Kunstmühle vergewaltigt worden. Eine Täterbeschreibung konnte die Frau der Polizei nicht angeben.

Herrmann: "Erschreckender Anstieg bei Vergewaltigungen"

Im ersten Halbjahr 2017 zählte die bayerische Polizei 222 Vergewaltigungen mehr als im Vergleichszeitraum 2016. Das entspricht einer Gesamtzunahme von fast 50 Prozent. Diese Zahlen nannte Innenminister Joachim Herrmann am Montag im Kabinett. Von den 685 Vergewaltigungsfällen wurden 126 von Zuwanderern begangen, im vergangenen Jahr waren es 60.

Wie viele Taten davon innerhalb von Asylunterkünften gezählt wurden, konnte das Innenministerium nicht sagen. Herrmann stellte klar: "Das Ganze macht uns sehr besorgt. Es ist ganz eindeutig, dass die Mehrzahl der zusätzlichen Tatverdächtigen eindeutig auch deutsche Tatverdächtige sind. Also wir haben einen insgesamt schon erschreckenden Anstieg bei den Vergewaltigungen." Jetzt müssten die Polizeibehörden Ursachenforschung betreiben, so der Minister, damit auch Präventionsmaßnahmen greifen können.


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