Bayern 1 - Experten-Tipps


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Es werde Licht! Energiesparlampe und LED im Vergleich

Das Verbot der Glühbirne rückte Energiesparlampen in ein neues Licht. Sie produzieren keine Abwärme wie die herkömmliche Birne und ihr Licht ist "kühl". Können LED-Lampen eine Alternative sein? Der Bayern 1-Umweltkommissar beleuchtet die Vor- und Nachteile.

Von: Alexander Dallmus

Stand: 12.06.2013

Illustration: Bienchen hat eine LED- und Energiesparlampe im Kopf stecken und wird neugierig vom Umweltkommissar beobachtet | Bild: BR/Tanja Begovic

Kaum eine Umweltmaßnahme hat in den vergangenen Jahren zu mehr Diskussionen in Deutschland geführt als das schrittweise Verbot der Glühbirnen. Nicht nur, weil die Energiesparlampen als Alternative vergleichsweise teuer waren, sondern auch, weil die Kaufentscheidung für den Verbraucher nicht mehr so einfach war.

Der Abschied von der Glühbirne fiel vielen nicht leicht ...

Zudem war das Licht plötzlich anders. Anfangs war die Technologie noch nicht so ausgereift, so dass die Lampen ein sichtbar "kühles" Licht erzeugten. Dass die herkömmliche Glühlampe ein ineffizienter Energiefresser war, der mehr Wärme als Licht produziert, geriet dadurch weitgehend in den Hintergrund. Große Unsicherheiten gab es außerdem wegeh des Quecksilbergehalts und den Entsorgungsmöglichkeiten der Energiesparlampen.

Mittlerweile hat sich der Markt weiterentwickelt und wird sich in den nächsten Jahren auch noch nachhaltig verändern. Neue, aber auch noch sehr teure Lichttechnologie macht es möglich, mit dem Smartphone die Leuchtkraft und die Wärme der Lampe zu steuern. LED-Leuchten werden zwar zunehmend beworben, aber trotzdem entscheiden sich die Verbraucher noch weitgehend für die günstigere Energiespar-Variante oder greifen zu Halogenglühlampen.

Was steckt hinter der LED- und OLED-Technologie?

Eine weiße Leuchtdiode neben drei farbigen LED-Exemplaren | Bild: picture-alliance/dpa zum Audio mit Informationen LED Lichtquelle der Zukunft?

Zwei Jahre nachdem Europa angefangen hat, sich von der Glühbirne zu verabschieden, ist die Leuchtdiode im Alltag angekommen: Aus modernen Taschenlampen und aus der Fahrrad- und Autobeleuchtung ist die LED nicht mehr wegzudenken. [mehr]

In Autos, auf den Displays oder bei Fernsehern hat sich die LED bereits durchgesetzt. Bei den Leuchtdioden (LED) bringt der Strom Halbleiterkristalle zum Leuchten. Die Branche rechnet damit, dass in den nächsten zwei bis drei Jahren die LED-Lampen einen höheren Marktanteil haben werden als die klassischen Energiesparlampen.

Die LED-Lampen sind den früheren Glühlampen in Sachen Energieeffizienz weit überlegen und sparen im Vergleich bis zu 80 Prozent Strom. Außerdem haben sie eine lange Lebensdauer. Das Licht einer guten LED ist heutzutage in der Qualität und in der Farbbrillanz einer Glühlampe sehr ähnlich.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die LED-Lampen im Gegensatz zu Energiesparbirnen kein giftiges Quecksilber enthalten. Deshalb können auch keine giftigen Dämpfe austreten, wenn sie herunterfallen und dabei kaputtgehen.

Bei der OLED-Technologie leuchten organische Materialien.

Die Industrie ist unterdessen bereits dabei, die neue Technologie weiterzuentwickeln: die OLED-Technologie. Dabei werden organische Materialien zum Leuchten gebracht. OLED sind mehrere Zentimeter große Lichtquellen, die ein weiches Licht abgeben.

Energiesparlampen und das Quecksilber

Die Energiesparlampen standen von Anfang an in der Kritik, weil sie giftiges Quecksilber enthalten. Zwar nur sehr geringe Mengen, aber hochgiftig. Je nach Alter und Marke enthalten sie ein bis fünf Milligramm Quecksilber. Wenn diese Leuchten zerbrechen, besteht also die Gefahr der Vergiftung durch Quecksilberdämpfe.

Wenn eine Energiesparlampe zerbricht, kann die Quecksilberbelastung in einem Innenraum um das Zwanzigfache über dem Richtwert von 0,35 Mikrogramm pro Kubikmeter liegen. Diese Belastung bleibt über mehrere Stunden bestehen, wenn nicht gelüftet wird. Vor allem für schwangere Frauen, kleine Kinder und Haustiere kann eine solch hohe Belastung gefährlich werden. Die Quecksilber-Dämpfe dringen über Schleimhäute und Lunge in den Körper ein. Sie können unter anderem zu Schwindel, Schlaflosigkeit und Depression führen.

Deshalb ist es notwendig, sofort die Fenster zu öffnen, wenn eine Energiesparlampe zerbricht, damit sich die giftigen Dämpfe verflüchtigen können. Es wird auch empfohlen, den Raum für eine gewisse Zeit verlassen.

Anschließend ist es sinnvoll, die Scherben mit einem Karton oder Papier zusammenzukehren und luftdicht zu entsorgen. Vorher Einmalhandschuhe anziehen! Kleine Splitter können auch mit einem feuchten Tuch aufgenommen werden. Auf keinen Fall die Splitter aufsaugen, da sich die Quecksilberteilchen über den Staubsauger in die Raumluft verteilen können. Alles, das zur Reinigung verwendet worden ist, und die Reste der Lampe sind Sondermüll und müssen anschließend auf dem Wertstoffhof entsprechend entsorgt werden.

Mittlerweile haben die Hersteller von Energiesparlampen allerdings nachgerüstet: Viele Modelle enthalten das Quecksilber in gebundener statt flüssiger Form und haben einen Splitterschutz.

LED-Lampen sind teuer - aber am umweltfreundlichsten

Die Stiftung Warentest hat im Mai 2013 alle Energiesparleuchten miteinander verglichen und getestet. In der Untersuchung von insgesamt 20 Lampen ist erstmals auch eine Ökobilanz für jede einzelne Lampe erstellt worden.

Demzufolge weisen LED-Lampen die beste Gesamt-Ökobilanz aller energiesparenden Beleuchtungsformen auf. Acht von neun getesteten LED-Modellen haben – was ihre Umweltauswirkung angeht – mit dem Testurteil "sehr gut" abgeschnitten. Damit liegen die LED-Lampen weit vor den ebenfalls untersuchten Energiesparbirnen, die bis auf eine Ausnahme sämtlich mit "gut" abgeschnitten haben. Am schlechtesten wurden die Halogenlampen bewertet, weil ihr Umwelteinfluss drei- bis viermal so groß ist wie bei den anderen Leuchten.

Beim Test wurde auch festgestellt, dass die LED-Lampen technisch enorm weiterentwickelt worden sind und ihr Licht teilweise sogar an das von Glühbirnen heranreicht. Das gilt auch für die Farbwiedergabe. Für die herkömmlichen Kompaktstoffleuchten gilt das nicht. Es sind zwar auch hier gute Modelle getestet worden, aber das Licht der Energiesparlampen wirkte im Vergleich zu den Halogenlampen nicht überzeugend. Diese Halogenlampen haben zwar im gesamten Test das beste Licht erzeugt und auch die Farben sehr schön abgebildet, allerdings verbrauchen sie immer noch sehr viel Strom und gehen schneller kaputt, was sie im Vergleich teurer macht.

Ausschlaggebend für die sehr guten Testergebnisse von LED-Leuchten bezüglich der Umweltbilanz waren aber Energieeffizienz und Langlebigkeit. Eine gute LED-Lampe hat eine Lebenserwartung von bis zu 20 Jahren. Außerdem sind sie sofort hell und eigenen sich, weil sie temperaturstabil sind, auch im Außenbereich. Sie leuchten allerdings nicht rundherum, sondern nur in einem bestimmten Abstrahlwinkel. Und der Preis ist natürlich auch nicht ohne: Die getesteten LED-Lampen waren mit Preisen zwischen 20 und 52 Euro sehr teuer.

Und noch eines hat der Test gezeigt: No-Name Produkte sind ihr Geld oft nicht wert. Auch wenn sie günstiger angeboten werden als Markenware, kommen sie letztlich oft teurer, weil die Qualität nicht stimmt.

Fazit

LED-Lampen lohnen sich vor allem dort, wo häufig und dauerhaft Licht brennt, also zum Beispiel in Fluren oder Treppenhäusern. Oder auch an Orten, die nur schwer zugänglich sind und es nervt, wenn die Lampe immer wieder ausgetauscht werden muss.

Wo eine gute Farbwiedergabe wichtig ist, können auch Halogenlampen sinnvoll sein. Sie strahlen zwar am schönsten, sind jedoch kurzlebiger und damit teurer.


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