Auch Wildkräuter sind vielseitig nutzbar, sagt die Diplombiologin.
Überwintern Probleme im Winterquartier
Mit jedem Tag rückt der Frühling näher. Das gibt Hoffnung für die Pflanzen im Winterquartier. Leider tun sich bei Kübelpflanzen oft Probleme auf. Wie Sie die beseitigen, erklärt die Bayern 1-Pflanzenexpertin Karin Greiner.
Anfang Februar, das bedeutet Halbzeit: Ab jetzt schwindet der Winter. Das gibt Hoffnung für die Pflanzen aus warmen Gefilden, die die dunkle Jahreszeit im Winterquartier verbringen müssen. Leider tun sich bei Kübelpflanzen immer wieder Probleme auf. Da heißt es eingreifen.
Bloß nicht wecken
Auch wenn es jetzt, wo die Tage schon wieder länger sind und öfter mal sehr mildes Wetter nach draußen lockt, verlockend erscheint, gilt: Pflanzen im Winterquartier darf man in ihrer Winterruhe nicht stören. Man würde nur vorzeitiges Wachstum provozieren, was die Pflanzen viel Energie kostet. Die frischen Triebe aber sind meist lang, wenig beblättert und anfällig – sogenannte Geiltriebe. Und die müssen später ohnehin entfernt werden. Also sich lieber in Geduld üben.
Dunkel überwinterte Gewächse wie Paradiesvogelbusch, Korallenstrauch, Feigenbaum, Schmucklilie, Hakenlilie oder Schopflilie bleiben dunkel stehen. Kübelpflanzen wie Olivenbaum, Oleander, Wollmispel, Feige, Bleiwurz, Sternjasmin und Zitrusgewächse an hellen und kühlen Winterstandorten sollen weiterhin sehr hell gehalten werden, aber man muss sie eventuell vor praller Sonne schützen. Dazu kann man Gardinen bzw. Rollos über Mittag zuziehen oder notfalls ein leichtes Vlies drüberlegen.
Das gilt auch für Arten wie Enzianbaum, Hammerstrauch, Prinzessinnenstrauch, Paradiesvogelblume und Strauchmargerite, die mäßig warm an einem hellen Standort überwintern. Um deren Wachstum nicht vorzeitig anzukurbeln, sollte man die Pflanzen zusätzlich eher trocken halten. Hibiskus, Mandeville, Elefantenfuß und Schönmalve fangen frühzeitig an, neue Blätter und Knospen zu treiben. Für sie ist wichtig, so hell wie nur möglich und gleichzeitig eher etwas kühler zu stehen.
Täglich kontrollieren
Wie bei uns Menschen ist viel frische Luft das A und O, um gesund durch den Winter zu kommen. Täglich mindestens einmal sollte das Winterquartier gelüftet werden, dabei ist kalte Zugluft selbstverständlich zu vermeiden. Und wie bei uns Menschen ist die Infektionsgefahr umso höher, je dichter das Gedränge. Die Pflanzen sollten nicht wie die Heringe in der Dose beieinander stehen, sondern rundum viel Luft bekommen.
Werfen Sie täglich kritische Blicke auf Ihre grünen Schützlinge. Achten Sie auf Hygiene: Alle welken oder vergilbten Blätter schleunigst entfernen, vertrocknete Triebspitzen zurückschneiden, abgefallenes Laub aufkehren. Untersuchen Sie Blätter und Zweige auf Krankheitsanzeichen und Schädlingsbefall. Je früher Sie einen Schaden entdecken und aktiv eingreifen, desto besser sind die Chancen der Bekämpfung.
Abgestandene Luft kann die Ausbreitung von Grauschimmel fördern, die Pflanzen werden dann von grauen bis bräunlichen Schimmelpilzrasen überzogen. Abhilfe: Befallene Teile sofort beseitigen, gut lüften. Wattige Beläge, Schimmelpilzrasen auf der Topferde zeigen an, dass die Erde zu feucht ist. Lockern Sie die Oberfläche mit einer Gabel und gießen Sie unbedingt seltener und weniger. Eine dünne Schicht Sand, Splitt oder Tongranulat aufgestreut hilft ebenfalls.
Umgehend bekämpfen
Oft machen sich Spinnmilben, Läuse und Weiße Fliege breit. Dann unbedingt mechanisch eingreifen, also befallene Teile absammeln, abschneiden oder Schädlinge abstreifen bzw. abspülen. Besprühen mit Pflanzenschutzmitteln zeigt oft keine Wirkung, weil viele Präparate nur bei Wärme aktiv werden. Erfolglos bleibt der Einsatz von Pflanzenschutzstäbchen, die man in die Erde steckt. Wenn Pflanzen kaum Wasser brauchen und in ihnen auch kein Wasser zirkuliert, weil sie in der Winterruhe verharren, können diese Mittel nicht über die Wurzel aufgenommen und in der Pflanze verteilt werden. Damit diese Mittel wirken, müssen die Temperaturen zwei bis drei Wochen lang über mindestens 15 Grad liegen.
Nutzinsekten wie Raubmilben, Erzwespen oder Thripse braucht man auch nicht einzusetzen, weil es den Tieren nicht warm genug ist. Einzig Florfliegen sind bereits bei Temperaturen ab fünf Grad aktiv, die Larven (Blattlauslöwen genannt) vertilgen Spinnmilben, Woll- und Blattläuse.
Woll- und Schildläuse sowie Blattlauskolonien können Sie mit Rapsöl (50 ml Rapsöl mit zwei bis drei Tropfen Teebaumöl mischen) bepinseln, dann abkratzen. Gelbtafeln helfen gegen Weiße Fliege, zusätzlich sollte man die Pflanzen übergangsweise kühler stellen. Das vertragen die tropischen Insekten nicht. Spinnmilben rückt man dagegen mit Lavendelöl-Lösung (1 Liter kalkfreies Wasser, 10 Tropfen ätherisches Lavendelöl und einen winzigen Tropfen Spülmittel verschütteln) zu Leibe.

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