Auch Wildkräuter sind vielseitig nutzbar, sagt die Diplombiologin.
Garten im Herbst Wohin mit all dem Laub?
Es fällt und segelt, es raschelt und häuft sich: Herbstlaub! Für die Tonne ist jedenfalls viel zu schade, denn Laub ist ein wertvoller Rohstoff im Garten. Tipps von der Bayern 1-Pflanzenexpertin Karin Greiner.
Wohin mit all dem Laub?
Es fällt und segelt, es raschelt und häuft sich: Herbstlaub! Da stellt sich die Frage, was man damit machen soll. Für die Tonne ist jedenfalls viel zu schade, denn Laub ist ein wertvoller Rohstoff im Garten.
Liegenlassen oder wegkehren?
Aus dem Herbstlaub wird in freier Natur wieder Humus, aus dem sich die Pflanzen Nährstoffe holen, um wieder frische Blätter zu treiben. Die alten, abgeworfenen Blätter sind nur eine Station im Kreislauf der Natur. Wer das versteht, wird Herbstlaub nie als unnützen Abfall begreifen, sondern es recyceln. Beispielsweise als Mulchdecke auf abgeräumten Beeten oder in Hochbeeten.
Unter einer Laubdecke bleibt die Erde den Winter über gut geschützt. Die Bodenlebewesen, allen voran Regenwürmer, freut’s. Schon im Frühling ist das meiste verrottet, das Beet bereit für die nächste Saat.
Laub kann man auch gut unter Bäume und Sträucher kehren, dort hält es die Wurzeln der Gehölze warm und liefert gleich wieder verlorene Nährstoffe nach. In Staudenrabatten dient Laub zwischen den Blumen als natürlicher Winterschutz. Es hält sowohl scharfe Fröste wie auch eisige Winde und vor allem allzu starke Temperaturschwankungen ab.
Entfernen muss man das Laub dagegen immer vom Rasen, damit die Gräser darunter nicht faulen. Wege und Treppen werden auch gekehrt, damit man auf feuchtem Laub nicht ausrutscht. Am besten in einer stillen Gartenecke einen Haufen aufschütten, in dem Igel und Co. ein heimeliges Winterquartier finden.
Bester Winterschutz
Trockenes Herbstlaub isoliert gut. Man kann damit Kübelpflanzen einpacken, die draußen überwintern: Rosen anschütten, Lavendelbüsche einpacken, die Baumscheibe frisch gepflanzter Gehölze überziehen, Pflanzflächen mit Zwiebelgewächsen überdecken. Vom Laub gut gepolstert können die Unbilden des Winters kaum Schaden anrichten.
Laub kompostieren
Schnell verrottendes Laub von Ahorn, Linde, Esche, Birke, Weide, Robinie sowie vielen Sträuchern wie Hasel, Forsythie oder Holunder darf in kleinen Mengen auf den Kompost. Mit Grasschnitt, Küchenabfällen oder anderem Grüngut gemischt zersetzt es sich dort rasch. Einfach mit dem Rasenmäher zerschreddern, dann rottet es schneller.
Hat man aber große Mengen davon oder gar Laub von Eiche, Walnuss, Platane, Buche, Ginkgo, Kastanie, empfiehlt sich ein anderes Vorgehen: Für feinen Laubkompost setzt man das Laub eigens auf, mischt es mit stickstoffreichen Zugaben und erhält als Ergebnis einen besonderen Kompost. Der gilt als wahres Gold der Gärtner. Er duftet hervorragend nach gutem Waldboden, fühlt sich samtig weich an, hat eine besonders gute feinkrümelige Struktur, kann sehr viel Wasser speichern, liefert besonders ausgewogen Nährstoffe nach – kurzum: ist bestens zur Bodenverbesserung geeignet.
Dafür schichtet man Laub in einen eigenen Komposter oder in eine Miete (Urform des Komposts). Dazu wird es in einen großen Haufen geschichtet, der eine rechteckige Grundform hat und sich nach oben verjüngt. Nehmen Sie möglichst gut zerkleinertes Laub (Rasenmäher!) im Wechsel mit klein gehäckseltem Gartenabfall. Auf jede Schicht gibt man ein paar Schaufeln frischen Gartenkompost, Erdreich oder Mist (zum Beispiel Kleintiermist), ersatzweise auch ein paar Handvoll Hornspäne. Auch Brennnesseln können als Stickstofflieferanten gut verwertet werden.
Der Laubkompost darf wie jeder gewöhnliche Gartenkompost weder zu trocken noch zu nass sein, fehlende Feuchtigkeit ergänzt man am besten mit Kräuterjauche oder Brennnesselbrühe. Obenauf legt man Reisig oder Vlies, das verhindert übermäßige Nässe und Trockenheit. Im zeitigen Frühjahr setzt man den Kompost am besten einmal um, lockert bei Bedarf mit Häckselgut oder gibt noch etwas frischen Kompost zu und lässt den Laubkompost reifen. Je nach Zusammensetzung und Laubart ist nach zwei bis drei Jahren der Laubkompost fertig. Er eignet sich ideal zur Aufwertung von Gemüse- wie Blumenbeeten, zur Verbesserung der Erde in Frühbeet und Gewächshaus und ist selbst zum Mischen von Blumenkastensubstrat geeignet.

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