Bayern 1 - Experten-Tipps

Majestätische Schönheit Rosen für jede Gartengelegenheit

Rosen gibt's in fast jedem Garten. Zweifellos gehören die edlen Gewächse zu den beliebtesten Pflanzen. Ungezählt bleiben die Sorten, unüberschaubar erscheint das Sortiment. Die Bayern 1-Pflanzenexpertin Karin Greiner hilft bei der Qual der (Aus-)Wahl.

Von: Karin Greiner Stand: 14.07.2012

Wer zu einer Rosenschule oder ins Gartencenter geht, steht vor der Qual der Wahl: Welche Rose soll es sein? Die Auswahl scheint grenzenlos - wilde Sorten konkurrieren mit hochgezüchteten Pflanzen.

Von wild bis hochgezüchtet

Obwohl die meisten Gärtner ihren Blick zuerst auf die edlen, durch Züchtung zu immer neuer Pracht gebrachten Rosen richten, sollte man die ursprünglichen Arten nicht außer Acht lassen.

Schlichter Schick: Wildrosen wie die Hundsrose passen gut in naturnahe Gärten.

Wildrosen wie Hundsrose, Apfelrose, Schottische Zaunrose, Zimtrose oder Essigrose, um nur wenige zu nennen, gehören unbedingt in naturnahe Gärten. Sie bereichern frei wachsende Hecken oder Gehölzgruppen, können sogar als Blickfang in Einzelstellung gepflanzt werden.

Auch einfach oder nur wenig gefüllt blühende Zuchtrosen begeistern durch ihren Blütenreichtum, setzen viele essbare Früchte (z.B. Hagebutten) an und sind hervorragende Nahrungsspender für Insekten sowie Nist- und Schutzgehölz für Vögel. Wer eine Stacheldrahtrose wählt, die wegen ihrer stark bedornten Triebe ihrem Namen völlig gerecht wird, schafft sich eine undurchdringliche Umfriedung.

Strauchrosen

Üppige Schönheit: Strauchrose

Je nach Wuchshöhe unterscheidet man innerhalb dieser Gruppe Kleinstrauchrosen, die knie- bis hüfthoch (50 bis 120 cm), und Strauch- oder Parkrosen, die mehr als mannshoch (bis 250 cm) werden. Hier findet man herrliche historische Sorten ebenso wie moderne Zuchtformen. Sie blühen ein- oder mehrmals und eignen sich wie Wildrosen für kleine oder große Hecken. Als Solitäre kommen sie aber besonders gut zur Geltung.

Je höher der Wuchs, desto ausladender zeigen sich diese Rosen gewöhnlich, deshalb muss schon beim Pflanzen auf genügend Platz geachtet werden.

Für Beete und Rabatten

Hüft- bis brusthoch werden Beet- oder Rabattenrosen, die edle Teehybriden wie füllige Floribundarosen oder Polyantharosen umfassen. Es sind die Klassiker für Beete und Rabatten, wo sie zusammen mit Stauden für prächtige Ansichten sorgen.

Grüner Begleiter: Frauenmantel hat dieselben Ansprüche wie die Rose.

Stauden wie Frauenmantel, Katzenminze, Schleierkraut, Glockenblumen, Steppensalbei, Spornblume, Kissenaster oder Edelschafgarbe haben dieselben Ansprüche wie Rosen und ergänzen die Königinnen perfekt als Hofstaat.

Der häufig empfohlene Lavendel ist als Rosenkavalier dagegen weniger geeignet, bevorzugt er doch kargen, lockeren, trockenen Boden und keinen fetten, lehmigen wie die Rosen. Auf schweren Böden verkümmert Lavendel und übersteht den Winter kaum.

Kletterrosen

Kletterrosen mit ihren starken Trieben nutzen Rosenbögen als Kletterhilfe.

Streben Rosen in die Höhe, brauchen sie ein Spalier oder eine andere Kletterhilfe. An Hauswänden und Rosenbögen setzt man bevorzugt sogenannte "Climber" mit starken, steifen Trieben, die an der Stütze immer wieder festgebunden werden müssen.

"Rambler" dagegen haben besonders lange, weiche Triebe. Sie können zierlich bleiben, dann zieht man sie an Obelisken, Pyramiden oder Bögen. Starkwüchsige Sorten überwallen Pergolen oder Mauern, überziehen alte Bäume mit Blütengirlanden. Rambler wachsen übrigens auch gut im Halbschatten und müssen nicht, wie sonst für Rosen üblich, mindestens fünf Stunden Sonne pro Tag erhalten. Ideale Partner für alle Kletterer: Clematis.

Bodendecker

An Böschungen, Hängen oder für terrassierte Gärten empfehlen sich Bodendecker- oder Flächenrosen mit breit ausladendem, mehr kriechenden Trieben.

So manche Bodendeckerrose wird, ähnlich wie Rambler, sogar auf Stämmchen aufgepfropft, um dann als Hänge- oder Kaskadenrose besondere Akzente zu setzen. Stammrosen gehören immer in Einzelstellung, zum Beispiel als Mittelpunkt im Vorgarten oder in geräumigen Kübeln auf der Terrasse.

Zwergrosen

Zwergrosen im Topf brauchen besonders viel Pflege.

Für kleine Beete und für Kästen, Kübel und Töpfe, die für die tief wurzelnden Rosen möglichst hoch sein und strukturstabile, lehmige Erde enthalten sollten, eignen sich Zwerg- oder Miniaturrosen.

Rosenstöckchen mit kleinen Blüten, die als Tischschmuck angeboten werden, kann man ebenfalls nach draußen in Töpfe setzen. In Gefäßen verlangen Rosen beständige Pflege, müssen reichlich gegossen werden. Im Freiland dagegen kann man sich Gießen weitgehend sparen, denn Rosen beziehen ihr Wasser aus großer Tiefe.

Für gutes Gedeihen

Wer so schön aussieht, will auch gepflegt werden. Da sind Rosen anspruchsvoll.

Rosen sind Sonnenanbeter, Tiefwurzler und Starkzehrer. Sie wollen Freiraum, damit ihr Laub schnell abtrocknet und von Pilzen verschont bleibt. Das heißt nicht nur, reichlich Pflanzabstand zu wahren, sondern auch die Sträucher durch regelmäßigen Schnitt luftig zu halten.

Rose, aprikotfarben | Bild: colourbox.com zum Download Rosen Pflege-Tipps

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Als Majestäten verlangen sie stetige Aufmerksamkeit, beschädigte Blätter und verwelkte Blüten sind umgehend zu entfernen. Blüten stets samt zwei oder drei darunter befindlichen Blättern abschneiden - so bilden sich neue Knospen an kräftigen Trieben.

Wer sie ab Laubaustrieb alle zwei bis drei Wochen mit Lavendelöl-Lösung und Schachtelhalmtee übersprüht, braucht Läuse und Co. dann nicht zu fürchten.

Profi-Tipp

Karin Greiner

Aus meiner Erfahrung kann ich berichten, dass sich insbesondere Rosenblütendüfte besonders gut ausbilden, wenn man die Rosen immer wieder einmal mit Lavendelwasser (zehn Tropfen Lavendelöl mit einem Liter entkalktem Wasser mischen) besprüht. Damit hält man ihnen dann auch gleich noch lästige Blattläuse vom Hals.


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