Bayern 1 - Experten-Tipps

Urlaubsbekanntschaften Lästige Zufallsbegegnungen

Lernen sich Menschen im Urlaub kennen, wollen sie oft auch danach noch in Kontakt bleiben. Meistens schläft das aber schnell ein. Doch was tun, wenn aus der zufälligen Begegnung eine lästige Verpflichtung wird?

Von: Bärbel Wardetzki Stand: 06.09.2012
Zwei Pärchen prosten sich beim Essen zu | Bild: colourbox.com

Am Buffet, am Strand, an der Bar - im Urlaub lernen sich Menschen leichter kennen als im Alltag. Manchmal wird aus einer zufälligen Begegnung in der Ferne Freundschaft, meistens bleibt es einmalig, hin und wieder erwächst die Bekanntschaft zu einer lästigen Verpflichtung.

Reise ist gemeinsamer Nenner für Urlaubsbekanntschaften

Warum geht's im Urlaub leichter, jemanden kennenzulernen? Oder anders: Warum lassen wir uns im Urlaub eher zu spontanen - platonischen - Intensivbekanntschaften hinreißen?

Man hat mehr Zeit und Muße, sich auf andere Leute einzulassen, da man nicht mit den beruflichen und Alltagsgeschäften belastet ist. Man trifft sich unter dem Aspekt des Gemeinsamen: Jeder hat Urlaub, man ist am selben Ort, erlebt dasselbe oder ähnliches, wohnt im selben Haus. Der gemeinsame Nenner ist die Reise. Das verbindet auch Menschen, die sich unter sonstigen Umständen nicht zusammen tun würden.

Toller Abend, lästige Langzeitwirkung

Manchmal fängt es schon im Urlaub an: Ein Abend war toll – danach geht mir jemand gewaltig auf die Nerven! Ich bin aber an einem Urlaubsort, vielleicht sogar im Club, mit den neuen Freunden „zusammengepfercht"! Wie vermeide ich es, mich jeden Tag vorm Essen zu verstecken? Sprich: Wie schaffe ich klare Verhältnisse, ohne mir den kompletten Urlaub zu versauen?

Genau das ist das Problem. Es kommt zu der Gemeinsamkeit die Individualität dazu: Man merkt, dass der andere völlig konträre Einstellungen hat und im Grunde kann man gar nicht miteinander. Gut ist dann, eine distanziertere Haltung einzunehmen, keine neuen Verabredungen zu treffen oder sich einen anderen Platz zu suchen. Nehmen Sie sich das Recht dazu! Sie sind zu nichts verpflichtet und werden für andere uninteressant, wenn Sie nicht mehr zu Verfügung stehen. Vielleicht merkt das Gegenüber aber auch, dass es im Grunde nicht passt und ist erleichtert, wenn Sie sich zurückziehen.

Echo des Urlaubs

Plötzlich steht er vor der Tür: der Spontanbesuch.

Doch manchmal werden die Nachwirkungen erst später spürbar: Zurück aus dem Urlaub meldet sich die Bekanntschaft plötzlich - und uns fällt es schwer, "Nein" zu sagen zum kurzfristig angekündigten Spontanbesuch. Wie verhalte ich mich am besten?

Wenn man sich aus irgendwelchen Gründen verpflichtet fühlt, wird man sich nicht trauen, "Nein" zu sagen. Man sollte jedoch bedenken, dass es meist zu Konflikten führt, wenn man in etwas einwilligt, das man eigentlich nicht will.  Damit tut man weder sich noch dem anderen einen Gefallen. Daher ist es besser, den Kontakt nicht einzugehen. Man kann entweder ehrlich sein und "Nein" sagen oder einen Vorwand suchen, weshalb man keine Zeit hat. Das muss jeder für sich entscheiden.

Abstimmung

Ist aus einer Ihrer Urlaubsbekanntschaften schon einmal Freundschaft geworden?

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Ja. Wir haben uns nicht nur in der unverbindlichen Urlaubsatmosphäre gut verstanden. 35,6 %

Nein. Schnell nach dem Urlaub war klar, das wird nichts. 64,4 %

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