Stress lass nach Balance zwischen An- und Entspannung finden
Stress ist ein Gesundheitskiller. Erwachsene, aber auch Kinder und Jugendliche klagen darüber. Dabei hat Stress durchaus seinen Sinn - allerdings kann Daueranspannung krank machen. Tipps zum richtigen Umgang mit Stress gibt's von der Bayern 1-Psychologin Dr. Bärbel Wardetzki.
Nicht nur Erwachsene klagen über Stress, schon Kinder und Jugendliche stöhnen über immer mehr Leistungsdruck. Sie fühlen sich überfordert von dem Druck, dem sie in der Schule oder von den Eltern ausgesetzt sind. Sie werden immer früher gefördert, um später erfolgreich zu sein und nicht durchs Raster zu fallen. Leider fehlt oft der körperliche Ausgleich.
Stress ist eine natürliche körperliche Reaktion, die dem Organismus Hormone zur Verfügung stellt, um Kraft zu mobilisieren, schnell reagieren zu können: Der Herzschlag wird schneller, der Blutdruck steigt an, die Atmung wird stärker und die Muskeln spannen sich an. Werden diese körperlichen Reaktionen jedoch nicht wieder abgebaut, bleiben sie als Dauerspannung im Körper und können zu Krankheiten oder dem Gefühl von Überlastung führen.
Geben Sie Ihren Kindern die Chance, Kind zu sein, zu spielen und Zeit für absichtsloses Tun zu haben. Das ist genauso wichtig wie schulische Förderung und Voraussetzung für Erfolg.
Unter- oder Überforderung führt zu Stress
In Stress kommen Menschen, wenn sie zu viel in ihre Zeit hineinpressen - oder zu wenig. Auch Unterforderung kann Stress bedeuten, weil wir alle ein gesundes Maß an Aktivierung brauchen. Dieser positive Stress wird als Eustress bezeichnet. Aber zu viele Termine, zu viel Arbeit, zu viel Aufmerksamkeit werden als bedrohlich und überfordernd erlebt und oft mit Angst vor Versagen oder Überlastungsgefühlen beantwortet. Wenn ich beispielsweise an drei Abenden hintereinander etwas vorhabe, dann geht mir die Puste aus - auch wenn es schöne Dinge sind. Wir können also nicht nur beruflich, sondern auch privat in Stress kommen.
Sich Pausen gönnen
Multitasking, die Fähigkeit, mehrere Dinge auf einmal zu tun, finden die einen klasse, andere kommen dabei unter Stress. Ich muss meine Lebensführung anpassen an mein Energieniveau und mit Pausen darauf reagieren, wenn ich mich erschöpft fühle. Viele gehen darüber hinweg und gönnen sich zu wenig Ruhe, aus Angst als Versager zu gelten.
Perfektionismus ist eine weitere Stressfalle. Man rennt seinen zu hohen Erwartungen hinterher und das Erledigte ist nie gut genug. Allein diese Einstellung ist schon ein Stressor, denn man ist dann nie zufrieden und permanent unter Druck.
Entspannung
Entspannung ist das beste Mittel gegen Stress: Autogenes Training, Qigong, Yoga, Atemübungen und dergleichen. Eine schöne Übung, die man leicht nachmachen kann, ist die Baumübung.
Die Baumübung
Stellen Sie sich gerade hin. Spüren Sie den Boden unter Ihren Füßen und lassen Sie Wurzeln daraus in den Boden wachsen, wie bei einem Baum.
Ihre Beine und Ihr Rumpf sind der Stamm, der Rest bildet die Krone.
Breiten Sie Ihre Arme aus und formen Sie die Größe Ihrer Krone. Gibt es da Blätter, Vögel, Blüten oder Früchte?
Atmen Sie gleichmäßig ein und aus und genießen Sie die Verbundenheit mit der Erde durch die Wurzeln und mit dem Himmel durch die Krone.
Holen Sie sich Kraft durch die Nahrung aus der Erde und durch das Sonnenlicht in den Blättern.

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