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Gegen Grippe impfen? Grippeimpfung - sinnvoll oder nicht?

Jedes Jahr im Herbst stellt sich die Frage: Gegen Grippe impfen oder nicht? Alle Infos zur Impfung und den möglichen Nebenwirkungen finden Sie hier. Außerdem: Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einer Grippe und einer Erkältung?

Stand: 26.09.2017

Eine Frau ist krank und schneuzt sich | Bild: picture-alliance/dpa

Wann ist eine Grippe-Impfung sinnvoll?

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml hat bereits Ende September 2017 dazu aufgerufen, sich jetzt gegen Grippe impfen zu lassen. Die Impfung wird jedes Jahr neu zusammengesetzt. Als Start der "Grippe-Saison" gilt bei Fachleuten etwa Anfang Oktober. Allerdings wurden 2017 bereits im September sieben Grippe-Fälle in Bayern gemeldet, so das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege.

Grippe-Symptome

Die Grippe ist eine Viruserkrankung, die über Tröpfcheninfektion übertragen wird. Zwar wird der Begriff Grippe häufig auch für Erkältungen, also grippale Infekte, verwendet. Eine "echte" Influenza hat aber häufig einen deutlich schwereren Verlauf: Typisch sind plötzlich auftretendes hohes Fieber und starken Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen. In schlimmen Fällen kann es zu Komplikationen wie Lungenentzündungen kommen.

Grippe oder Erkältung?

Wie gesagt: Die Symptome der Grippe treten plötzlich und mit voller Wucht auf - eine Erkältung macht sich schon ein paar Tage vorher bemerkbar. Außerdem ist hohes Fieber ein Merkmal der Grippe - ebenso wie die Dauer: Eine normale Erkältung ist nach etwa einer Woche vorbei, eine Grippe ist langwieriger.

Für wen ist die Grippe-Impfung sinnvoll?

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfiehlt eine Impfung allen Menschen, die ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe oder Komplikationen haben. Das sind Schwangere, Raucher, ältere und geschwächte Menschen aber auch medizinisches Personal und Menschen, die viel Kontakt mit anderen haben.

Arbeitsmediziner Dr. Tobias Benthaus hält eine Impfung in fast allen Fällen für sinnvoll, auch wenn man selbst nicht zu den Risikogruppen zählt: "Selbst wenn Sie nur schwache Symptome habe, stecken Sie andere an - und bei denen kommt es dann unter Umständen zu Komplikationen."

"Es gibt in jeder Altersgruppe tödliche Verläufe."

Dr. Tobias Benthaus, Arzt am Institut für Arbeitsmedizin der Universität München

Wer sollte sich nicht impfen lassen?

Bei akuten fieberhaften Infekten sollte mit der Impfung gewartet werden, bis die Erkrankung überstanden ist. In jedem Fall sollte in einem Gespräch mit dem Arzt geklärt werden, ob möglicherweise Allergien bestehen.

Welche Nebenwirkungen treten auf?

"Ich habe im vergangenen Jahr 1600 Menschen geimpft und es gab keine Komplikationen", sagt Dr. Tobias Benthaus. Dass Nebenwirkungen auftreten ist nicht ungewöhnlich, allerdings sind sie in den meisten Fällen nicht sehr stark, sagt Benthaus. Typisch sind Kopfschmerzen und leichte Symptome wie bei einem grippalen Infekt. "Nach ein paar Stunden ist das aber meistens wieder vorbei", sagt Benthaus.

Schützt der Impfstoff auf jeden Fall?

Nicht immer passt der Impfstoff genau auf den aktuellen Grippeerreger. Die Wahrscheinlichkeit einer Infektion ist aber dennoch niedriger als ohne Impfung. "Auch wenn der Impfstoff nicht optimal zusammengesetzt ist, wirkt er trotzdem", sagt Dr. Benthaus. Denn auch bei einer Infektion ist das Risiko eines schweren Verlaufs deutlich geringer.

Wer übernimmt die Kosten?

Für alle Patienten, für die die Impfung empfohlen wird, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen laut BZgA die Kosten. Bei privaten Versicherungen sind die Regelungen ähnlich. Unter Umständen übernehmen auch Arbeitgeber die Kosten für die Impfung.