Studie Feinstaub trotz Umweltzonen
Obwohl die Umweltzonen in Deutschland immer weiter zunehmen, ist die Feinstaubbelastung 2011 weiter gestiegen. Das ergab eine Studie des Umweltbundesamtes. Betroffen sind vor allem Städte und Ballungsräume.
Die Studie des Umweltbundeamtes (UBA) zeigt: Die Belastung ist zu hoch. Obwohl es in Deutschland mittlerweile 50 Umweltzonen gibt, war die Luft im vergangenen Jahr zu stark belastet. Beim Feinstaub lagen die Werte bei vier von zehn "verkehrsnahen" Messstationen über dem zulässigen Tagesgrenzwert. Beim Stickstoffdioxid waren es knapp sechs von zehn Stationen. Die höchste Zahl an Überschreitungstagen hatte auch im Jahr 2011 die Messstation Stuttgart-Neckartor. Auffällig war, dass die Werte allesamt über den Daten der Jahre 2007 bis 2011 lagen.
Grenzwerte in Deutschland
Beim Feinstaub darf der Tageswert an nur 35 Tagen über 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft liegen. Beim Stickstoffdioxid liegt der erlaubte Jahresmittelwert bei Mikrogramm.
Belastung durch Feinstaub und Stickstoffoxide
Angesichts dieser Ergebnisse fordert der Präsident des Umweltbundesamtes, Jochen Flasbarth, größere Anstrengungen, die Werte zu reduzieren. Die "Atemluft der Menschen" sei gerade in Städten und Ballungsräumen zu stark belastet. Ein geeignetes Mittel sei es, die Zahl der Umweltzonen auszuweiten. Dennoch seien Umweltzonen nur eine Möglichkeit. Da Feinstaub und Stickstoffoxide zu einem großen Teil auch bei Verbrennungsprozessen in Industrie und Haushalten entstünden, gebe es hier ebenfalls ein Einsparpotenzial.
Umwelthilfe für mehr Umweltzonen
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert angesichts dieser Ergebnisse vor allem eine Ausweitung der Umweltzonen. DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch kritisiert in diesem Zusammenhang den Widerstand gegen Umweltzonen seitens der Autofahrerverbände als "unverantwortlich und geradezu asozial". Umweltzonen seien das "mit Abstand wirksamste Mittel zur Luftreinhaltung gegen die besonders gesundheitsgefährdenden Stickoxide und Dieselruß". Aus Sicht der DUH beweist vor allem die seit 2010 mit der grünen Plakettenpflicht verschärfte Berliner Umweltzone, dass Einfuhrbegrenzungen für Dieselstinker die verkehrsbedingten Luftschadstoffe mehr als halbieren.
Aha-Erlebnis in Nürnberg
Die Stadt Nürnberg sieht sich nach der Veröffentlichung der aktuellen Feinstaub-Daten darin bestätigt, keine Umweltzone einzurichten. Man habe stattdessen andere Maßnahmen ergriffen, sagte Nürnbergs Umweltrefernt Peter Pluschke dem Bayerischen Rundfunk. Unter anderem wurden das Hauptzollamt und der Containerbahnhof von der Innenstadt an den Stadtrand verlegt, um den LKW-Verkehr zu reduzieren.

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