Bayern plus


18

Mit 500 Schafen durch die Stadt Wanderschäfer zieht durch Augsburg

Ein Bild wie aus dem vergangenen Jahrhundert: Mit einer großen Schafherde zieht ein Schäfer quer durch Augsburg, um seine Tiere für den Sommer an die Lechheiden zu bringen.

Stand: 15.05.2017

Auf seinem Weg Richtung Lechheiden treibt Schafhalter Josef Hartl aus Mühlhausen rund 500 Mutterschafe und etliche Ziegen mit seinen drei Hunden durch Bahnunterführungen, über viel befahrene Straßen und Radwege. Insgesamt rund 10 Kilometer legt er bis zum Kuhsee im Augsburger Stadtteil Hochzoll zurück. Die Aktion läuft im Rahmen des Projekts "Weidestadt Augsburg", mit dem der städtische Landschaftspflegeverband und das Umweltreferat die ökologisch wertvollen Heideflächen pflegen.

Fleisch kommt auf den Markt

Neu ist, dass das Fleisch der Schafe aus dem Projekt nun auch vermarktet wird und für Endverbraucher erhältlich ist. Über die Marke "Lechtal-Lamm" gibt es das Fleisch in mehreren Lokalen auf den Speisekarten und online zum Kauf. Die Stadt Augsburg möchte erreichen "dass Landwirte, die sich für Naturschutz und Landschaftspflege engagieren, davon auch leben können", sagt Umweltreferent Reiner Erben.

Textilstadt Augsburg nahm einst die Wolle ab

Die Wanderschäferei hat in Augsburg eine lange Tradition. Günstige Weideflächen boten dafür beste Voraussetzungen. Die nahe Textilproduktion war ein wichtiger Abnehmer für die Wolle. Ökologisch gesehen verhindern die Schafe und Ziegen die Verbuschung der Heidegebiete, erklärt Nicolas Liebig vom Landschaftspflegeverband Augsburg.


18