Bayern plus

Bundesstraßen Maut bringt Moneten

Rund sieben Jahre lang schon spült die LKW-Maut auf Autobahnen viel Geld in die Bundeskasse. Jetzt wird die Mautpflicht ausgeweitet. Nun gilt sie auch auf gut ausgebauten Bundesstraßen - zur Freude des Verkehrsministers.

Stand: 01.08.2012
Ein LKW fährt auf einer mehrspurigen Bundesstraße daneben ein Fächer aus Geldscheinen | Bild: picture-alliance/dpa; Montage: BR

Seit 2005 gibt es die LKW-Maut auf den 13.000 Autobahnkilometern in Deutschland. 4,5 Milliarden Euro brachte das zuletzt für den Bundeshaushalt. Seit Mitternacht wird die Abgabe für Lastwagen ab zwölf Tonnen nun auch fällig, wenn die Fahrzeuge auf vierspurigen Bundesstraßen verkehren, die an Autobahnen angeschlossen sind. Wie auf den Autobahnen werden im Schnitt 17 Cent je Kilometer kassiert.

Das bringt in diesem Jahr mindestens zusätzliche 40 Millionen Euro ein, ab 2014 sollen es 100 Millionen jährlich sein. Die Einnahmen sollen dem Straßenbau zugute kommen. Allerdings gehen allein rund 30 Millionen Euro an die Maut-Betreiberfirma Toll Collect.

13 Straßen in Bayern

Betroffen sind 84 Strecken in Deutschland mit insgesamt 1.100 Kilometern. In Bayern gilt die Regelung für 13 Bundesstraßen, die längste mit rund 75 Kilometern befindet sich in Schwaben. Sie führt von Donauwörth über Augsburg nach Landsberg am Lech. Blechen müssen LKW-Eigner auch auf 30 Kilometern der B 469 zwischen Stockstadt am Main und Trennfurt.

Keine Dauerkontrollen

Kontrollbrücken mit Sensoren wie an den Autobahnen gibt es auf diesen Bundesstraßen nicht. Überwacht wird die Mautpflicht dort mit Streifenwagen des Bundesamts für Güterverkehr. Auch tragbare Spezialgeräte kommen dabei zum Einsatz. Die Spediteure dürften die Zusatzkosten an ihre Auftraggeber weiterreichen. Am Ende wird wohl der Verbraucher zahlen, weil die Unternehmen die Mautkosten vermutlich auf die Warenpreise umlegen werden.

Noch nicht das Ende?

Vielen Umweltverbänden geht die Ausweitung der Maut noch nicht weit genug. Der Naturschutzbund Nabu fordert wie der Städte- und Gemeindebund, das gesamte Straßennetz für LKW kostenpflichtig zu machen. Auch das Bahnlobby-Bündnis "Allianz pro Schiene" verlangt eine Ausdehnung auf alle Straßen. Denn schließlich müssten die Güterbahnen schon längst eine Schienenmaut alls Trassennutzungsgebühr auf allen Strecken zahlen. Die SPD will zunächst prüfen, ob ab 2013 alle Bundesstraßen einbezogen werden können, wenn die Systemkosten dies zulassen.


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