Treuchtlingen Forschungsbohrungen am Karlsgraben

Am Karlsgraben beim Treuchtlinger Ortsteil Graben wird drei Tage lang für die Forschung gebohrt. Geologen und Archäologen erhoffen sich dabei weitere Erkenntnisse zur Funktion und Bauweise des mittelalterlichen Kanals.

Von: Claudia Mrosek

Stand: 06.10.2017

Treuchtlingen: Bohren für die Forschung am Karlsgraben

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Bild: Bayerischer Rundfunk

Mittelfranken | BR

Die Experten bohren mit Spezialgerät zehn bis 40 Meter in die Tiefe und holen dabei Gestein aus dem Boden, um es vor Ort zu analysieren. So soll beispielsweise festgestellt werden, ob der Karlsgraben bei Treuchtlingen stabil war oder ob er nie ernsthaft funktioniert hat.

Suche nach dem See

Außerdem wollen die Wissenschaftler bei den Bohrungen dem Rätsel um einen riesigen See auf die Spur kommen. Dieser verschwundene See war vor Millionen von Jahren durch einen Meteoriteneinschlag entstanden. Man hofft, durch die Bohrungen noch Spuren des Sees am Karlsgraben bei Treuchtlingen zu finden und gegebenenfalls Informationen über die Ausdehnung des Gewässers in Mittelfranken.

Zwischen Rhein und Donau

Der Karlsgraben, die "Fossa Carolina", gilt als das bedeutendste Infrastrukturprojekt des frühen Mittelalters in Zentraleuropa. Mit dem Kanal wollte Karl der Große im achten Jahrhundert einen durchgehenden Schifffahrtsweg zwischen Rhein und Donau schaffen. Damit sollten Händler mit ihren Schiffen besser angebunden werden. Der Karlsgraben verlief dort, wo sich heute die Städte Treuchtlingen und Weißenburg befinden.