Kräuterlust Wacholder
Der immergrüne, säulenförmige, aufrechte Strauch, der den Zypressengewächsen zuzuordnen ist, hat nadelförmige, stechende Blätter und ist fast in ganz Europa verbreitet. Der Baum des Jahres 2002, der angeblich bis 2.000 Jahre alt wird, liebt magere, trockene Böden, ist aber sehr anpassungsfähig.
Der deutsche Name Wacholder ist etymologisch nicht genau zu deuten. Die niederdeutsche Bezeichnung "Machandelbaum" ist bei uns natürlich nicht so verbreitet wie der bayrisch-österreichische Name "Kranewitt". Ein Wacholderschnaps ist also in Österreich unter dem Namen "Kranewitter" erhältlich.
Gin und Sauerkraut
Hier sind wir nun schon bei einer der Hauptverwendungsmöglichkeiten der essbaren Beeren des Wacholders. Geerntet werden sie im 2. Jahr nach der Blüte, sind sehr würzig und nicht nur beim Menschen beliebt. Auch Vögel wie die Wacholderdrossel finden sie ganz wunderbar und sorgen so durch die Ausscheidung der Kerne für die Verbreitung der Art.
Der Mensch gibt die Beeren gerne in Liköre oder gleich als starker Aromat bei der Schnapsherstellung dazu. Gin, Genever oder Steinhäger wären ohne die würzige Beere nicht denkbar.
Auch im Sauerkraut oder als Beigabe zu Sauer- oder Wildbraten findet die getrocknete Gewürzbeere Verwendung. Genauso wichtig ist sie bei der Herstellung von geräucherten Fisch oder Fleisch. Im zerstoßenen Zustand wird sie auch Pökelmischungen beigegeben.
Das ebenfalls sehr aromatische Holz kann in Form von Spänen den üblichen Räuchermehlen zur Geschmacksabrundung beigefügt werden.
Zum Nachhören
Rheuma und Gicht
Volksmedizinisch findet Wacholder eine breite Anwendung. Er wirkt verdauungsregulierend, harntreibend und blutreinigend. Unterstützend soll er daher auch bei Rheuma- und Gichttherapien helfen. Seine antimikrobielle Wirkung steht bei einem Einsatz gegen Harnwegsinfektionen und Mundgeruch im Vordergrund.
Allerdings sollen keine Wacholderpräparate bei Schwangerschaft oder Nierenschäden eingenommen werden.
"Königliche Freude"
Der Wacholder ist insgesamt ein Gewächs, das für die Menschen wohl schon immer eine große Bedeutung hatte. Bereits in der germanischen Mythologie spielte er eine große Rolle. Wacholderzweige dienten als Opfergaben und Tote wurden auf Wacholderholz verbrannt.
Viele Leute glauben noch heute, dass es Unglück bringt, einen Wacholder abzusägen oder ganz zu entfernen. Bekannt ist auch der Brauch, vor dem Busch den Hut zu ziehen.
Seine positive Kraft sehen viele auch durch das Alter der "Queen Mum" bestätigt. Der Mutter der heutigen Königin von England wurde nachgesagt, jeden Tag ein Gläschen Gin zu trinken. Und sie wurde immerhin fast 102 Jahre alt.
Wacholderbutter
- 250 g weiche Butter
- 30 g getrocknete Wacholderbeeren
- 1 Tl Honig
- 1 Tl Salz
Die getrockneten Wacholderbeeren zerdrücken bzw. mörsern, mit der weichen Butter mischen, anschließend mit Honig und Salz abschmecken.
Die Wacholderbutter im Kühlschrank ca. 2 Stunden ziehen lassen – fertig!
Paßt sehr gut zu kurzgebratenem Fleisch!
Guten Appetit!

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