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Kräuterlust Stevia

Diese südamerikanische Pflanze aus der Familie der Korbblütler, wird auch Süßblatt oder Honigblatt genannt. Beheimatet im Grenzgebiet zwischen Paraguay und Brasilien wird Stevia seit Jahrhunderten von der indigenen Bevölkerung als Süßungs- und Heilmittel verwendet.

Stand: 26.01.2012
Stevia | Bild: Monika Engelmann

In Südamerika wird mit Stevia überwiegend der einheimische Mate-Tee gesüßt und Rauchtabak aromatisiert. Von Europäern wurde die bis 100 cm hochwachsende Pflanze erst 1887 entdeckt.

Erst seit einigen Jahren hat die krautige, nicht frostharte, wärmeliebende Pflanze mit den 2 – 3 cm langen Laubblättern Einzug in heimische Gartencenter gefunden. Sie enthält verschiedene Steviolglykoside, deren Zusammensetzung in jeder Pflanze individuell ist. Daraus folgen jeweils ein etwas unterschiedlicher Geschmack und eine unterschiedliche Süßkraft.

Kräuterpädagogin Monika Engelmann

Je höher der Anteil an Rebausiosid-A, umso zuckerähnlicher (kein bitterer Bei- oder Nachgeschmack) ist der Geschmack. Dies macht eine Standardisierung sehr schwierig und da die Süßkraft von Stevia ungefähr dem 300-fachen von Zucker entspricht ist eine Dosierung nicht einfach. Besonders wo Zucker als Volumenmenge eingesetzt wird, wie beim Backen.

Die Süße wird sehr unterschiedlich wahrgenommen und wirkt bei Überdosierung schnell bitter. Das Steviolglycosid  ist als E 960 bei uns seit dem 02.12.2011 als Lebensmittel zugelassen und die Industrie bietet entsprechende Produkte als Pulver, Tabs und Flüssigkeit an. In Japan ist es seit 35 Jahren auf dem Markt und ist dort in Pulverform mit einem Marktanteil von 50 % das Süßungsmittel Nr. 1.

Indianisches Heilkraut

Die Guarani-Indianer in Paraguay verwenden Stevia seit langem als Heilkraut. Hier findet das Süßblatt Anwendung bei Entzündungen und Geschwüren und innerlich bei Durchfall, Cholera, Asthma und Bronchitis helfen. In den westlichen Ländern erhofft man sich durch den Einsatz von Stevia positive Auswirkungen bei Übergewicht und Diabetes, da damit praktisch kalorienfrei gesüßt werden kann. So bieten die großen amerikanischen Getränkekonzerne bereits erste Produkte an. Natürlich mit Hinweis auf die pflanzliche (Green!) Herkunft.

Einschränkungen in Europa

Von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) wurden, da noch keine Langzeitstudien vorliegen, allerdings tägliche Höchstgrenzen für den Verzehr festgelegt. So sollen nicht mehr als 4 mg pro kg Körpergewicht an Steviolglycosiden aufgenommen werden.  Das bedeutet, ein Mensch mit 65 kg Körpergewicht darf ca. 80 g Zucker täglich durch Steviosid ersetzten.

Der Selbstversuch hat gezeigt, dass die Anwendung nicht ganz einfach ist und Stevia auch nicht jedem schmeckt. Einfach mal ausprobieren!