Kräuterlust Schafgarbe
Fast bei keiner anderen Pflanze gilt der lateinische Spruch "nomen est omen" so sehr, wie bei der Schafgarbe. Ihre lateinische Bezeichnung "Achillea" weist für den Korbblütler sofort den Weg auf den griechischen Sagenhelden Achilles, der damit seine Wunden behandelt haben soll.
Dieses Wissen, dass Achilles angeblich von seinem Lehrmeister, dem Kentauren Chiron vermittelt bekam, scheint auf alle Fälle sehr, sehr alt zu sein.
Die in der, in ganz Eurasien verbreiteten, Schafgarbe enthaltenen ätherischen Öle wirken schleimlösend und ganze blühende Pflanzen finden als Bitter-Tonika Anwendung bei Verdauungsstörungen und Koliken. Aber Vorsicht: Die Öle können bei empfindlichen Menschen eine Kontaktallergie (Korbblütlerallergie) auslösen.
Generell wird den Blüten und Blättern aber eine entzündungshemmende, blutstillende und beruhigende Wirkung zugeschrieben. Wie fast alle Bitterstoffe enthaltenden Pflanzen wirkt sie verdauungsfördernd und soll gegen Appetitlosigkeit und Magen-Darm-Problemen helfen.
Durch ihre bis zu 90 cm langen Wurzeln wirkt die Schafgarbe bodenfestigend und sie gilt bei Gärtnern auch als Kompostbeschleuniger. Die auch als "Augenbraue der Venus" bezeichnete, aromatisch duftende und von Juni bis Oktober blühende Färberpflanze hat im Garten noch durchaus weitere positive Eigenschaften. So soll sie durch Wurzelausscheidungen schwächliche Nachbarpflanzen stärken.
Kulinarisches
In der Küche finden nur die zarten Blätter und frischen Blüten Verwendung. Die Blätter bereichern jeden Salat und jede Kräuterbutter, können aber auch als Gemüse zubereitet werden. Auch eingearbeitet im Nudelteig oder als Einlage mit den Blüten in einen Essig oder Kräuterlikör sind sie oder ihre Aromen sehr schmackhaft. Mit den essbaren Blüten lassen sich ganz wunderbar Zucker und Limos aromatisieren. Kleingehackt als Gewürz bereichern sie manche Speisen.
Würzig eingelegte Schafgarbenblüten
- 1 handvoll Schafgarbenknospen und –blüten
- 3 El gutes Olivenöl
- 1 Knoblauchzehe
- etwas Salz
Die Schafgarbenknospen und –blüten an einem sonnigen Spätvormittag ernten. Die Blüten ca. eine Stunde auf einem Teller im Freien auslegen, um den vielbeinigen Untermietern die Chance zur Flucht zu ermöglichen.
Dann die einzelnen Blütenköpfchen abschneiden und den Knoblauch fein hacken. Beides mit etwas Salz und dem Olivenöl vermischen. Mindestens einen Tag ziehen lassen.
Passt wunderbar als geschmackliche Abrundung auf ein Bruscetta mit gewürfelten Tomaten.
Guten Appetit!
Also wieder einmal eine Pflanze die jeder schon einmal gesehen hat, schön anzusehen ist, interessant duftet und egal ob Gärtner oder Gourmet, für jeden durchaus das Leben bereichern kann.

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