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Kräuterlust Pastinak

Dieser hervorragend schmeckende Doldenblütler steht seit langer Zeit nicht nur auf unserem Speiseplan. In der Wildform als Wiesen-Pastinak wird er von Haarwild und Schafen sehr geschätzt. Daher kommen auch die Namen Hirsch- und Hammelmöhre.

Stand: 20.10.2011
Pastinak | Bild: privat, Monika Engelmann

Als von Juli bis September blühende Ruderalpflanze kommt er gerne in Wiesen, Böschungen und Unkrautfluren vor. Er liebt oft kalk- und stickstoffhaltigen Boden und verströmt einen angenehmen intensiven süßlichen Duft, der etwas an wilden Fenchel erinnert. Schon früh wurde die "Germanenwurzel", eines der Lieblingsgemüse der alten Römer zur Gemüse-Pastinake gezüchtet.

Vom Römer geschätzt - von der Kartoffel verdrängt

Bis Mitte des 18. Jahrhunderts gehörte die Welsche Petersilie wegen ihrer geringen Krankheitsanfälligkeit zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln in Deutschland und Österreich. Sie wurde dann allerdings leider von der Kartoffel und der Gelben Rübe verdrängt.

In den angelsächsischen und skandinavischen Ländern, sowie Frankreich und Ungarn blieb sie die ganze Zeit über als Gemüse und Würzpflanze beliebt. Zum Glück findet sie seit einigen Jahren im Zuge der Verbreitung der ökologischen Landwirtschaft auch bei uns wieder zunehmende Verbreitung.

Der Pastinak enthält neben ätherischen Ölen, Vitamine und zahlreiche Mineralstoffe, wobei hier das Kalium im Vordergrund steht. Auf den menschlichen Körper wirkt er verdauungsfördernd, harntreibend, schlaffördernd und stärkend.

Vielseitiger Gemüse-Exot

Bei diesem tollen Gemüse sollten allerdings nicht die medizinischen sondern überwiegend die kulinarischen Einsatzmöglichkeiten gewürdigt werden. Von der Pflanze ist alles zu verwenden. Von April bis Juni sind die essbaren Blätter, die Triebspitzen und die Stiele eine wunderbare Zutat für jeden Salat. Die Blüten und Knospen eignen sich wunderbar als Deko oder Würze für Salate und Gemüse.

Kräuterpädagogin Monika Engelmann

Gleiches gilt für die Samen, die auch eingelegt in Spirituosen diesen ein feines Aroma verleihen können. Im Mittelpunkt der kulinarischen Verwendung stehen aber natürlich die Wurzeln. Sie lassen sich wie Gelbe Rüben verarbeiten. Man kann sie kochen und backen oder zu einem Püree verarbeiten. Ein Genusshöhepunkt ist aber selbstverständlich eine feine cremige Pastinakensuppe. Hier kommt der interessante mehrschichtige Geschmack sicherlich am besten zur Geltung.

Ja und, wie schmeckt sie nun, die Pastinake?

Sie ist süßlich-würzig, teilweise ein bisschen herb und erinnert an Gelbe Rüben, Petersilienwurzel und Sellerie. Der Samen ist süß und scharf und bringt noch zusätzlich eine Anisnote ins Spiel. Einfach wunderbar!

Pastinakensuppe

  • 3 mittelgroße Gemüse-Pastinaken
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 500 ml Gemüsebrühe
  • 100 ml Milch
  • Butter zum Anbraten des Gemüses
  • 1 Becher Saure Sahne
  • Salz
  • Pfeffer
  • 8 dünne Pastinakenstreifen
  • Bratöl zum Ausbacken der Pastinakenstreifen
  • etwas Wildkräutersalz
  • etwas Pastinakengrün zum Dekorieren


Pastinaken, Zwiebel und Knoblauchzehe klein würfeln und mit Butter kurz anschwitzen. Mit der Gemüsebrühe ablöschen und ca. 20 min köcheln lassen.

In der Zwischenzeit die dünnen Pastinakenstreifen im Bratöl knusprig ausbacken, anschließend auf Küchenkrepp abtropfen lassen und mit dem Wildkräutersalz leicht würzen.

Die Pastinakensuppe pürieren, mit Milch aufgießen, die Saure Sahne unterrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die fertige Suppe mit einem Kleks Saurer Sahne, den Pastinakenchips und etwas dünn geschnittenem Pastinakengrün dekorieren.

Guten Appetit!