Kräuterpädagogin Monika Engelmann Königskerze
Große Bedeutung für den Menschen hatte die Königskerze schon in alten Zeiten als Heilpflanze. Als tatsächliche Wundblume wurde sie bereits von Hippokrates beschrieben, der sie zur Wundversorgung benutzte. Aber auch bei Lungenschmerzen oder Erkältungen fand sie Verwendung.
Die als Symbol für ein langes Leben geltenden Königskerzen kommen je nach Art als ein-, zwei- oder mehrjährige, krautige Pflanzen vor. Beliebte Standorte sind sonnige Waldschläge und Wegränder.
Kerzenkraut, Frauenkerze, Fackelblume
Wie zahlreiche andere alte Heilpflanzen haben die Königskerzen verschiedenste, oft regional geprägte Namen. Dabei orientieren sich viele an der hohen (bis 1,5 Meter) Wuchsform (Kerzenkraut, Frauenkerze, Donnerkerze), während andere Namen auf ihre Verwendungsmöglichkeiten abzielen. So weist der Begriff "Fackelblume" auf eine tatsächliche Verwendung als Fackel hin. Die Stängel wurden in Wachs, Harz oder Pech getaucht und als Fackel benutzt.
Große Bedeutung als Wundblume
Große Bedeutung für den Menschen hatte die Wundblume schon in alten Zeiten als Heilpflanze. Als tatsächliche Wundblume wurde die Königskerze bereits von Hippokrates beschrieben, der sie zur Wundversorgung benutzte.
Besonders wurden die Blüten später in Hausrezepten bei Erkrankungen der Atemwege in Brusttees verwendet. Hildegard von Bingen erwähnte sie in ihrer "Causae et curare" und in der "Physica". Auch dabei wird sie als Mittel gegen Lungenschmerzen und Erkältungskrankheiten beschrieben.
Wichtig dabei ist auch die beruhigende Wirkung der Pflanzenstoffe. Diese wird bereits von Hippokrates und Dioskurides als außerordentlich hervorgehoben und Hildegard setzt sie bei "traurigem Herz" - Herzschmerz - ein.
Auf einen ganz anderen Einsatzbereich der in der Pflanze enthaltenen Saponine kam Aristoteles. Da diese für Fische giftig sein sollen, führt angeblich das Einstreuen von Königskerzensamen in ein Gewässer zu einer Beruhigung der Fische und würde so das Fischen deutlich erleichtern.
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Homöopathische Anwendung
Heute wird die Königskerze homöopathisch bei Atemwegserkrankungen und Neuralgien verwendet. Zusammen mit Malve, Eibisch, Katzenpfötchen, Huflattich, Veilchen und dem Klatschmohn gehört die Königskerze zu den "sieben Brustpflanzen".
Durch das sehr ausgewogene Verhältnis der Inhaltsstoffe (Schleim- und Bitterstoffe, Saponine) erklären sich die auswurffördernde Wirkung und die angeblich sehr gute Heilwirkung bei Beschwerden der Verdauungsorgane.
Wissenschaftlich anerkannt finden die gelben Blüten Anwendung bei Katarrhen der oberen Atemwege. Diese sind eines der teuersten Heilkräuter, da die Blüten nahezu gewichtslos sind.
Man pflückt nur die nach Honig duftenden Blütenkronen mit den Staubblättern ohne Kelch.
Verwendung in der Küche
In der Küche kann man neben den Blüten von April bis Juni auch die fruchtig-herb schmeckenden Blätter verwenden.
Kalte Sommerblütensuppe mit Räucherlachs
- 500 g mehlig kochende Kartoffeln
- 200 g Gelbe Rüben
- 1 Zwiebel
- 700 ml Gemüsebrühe
- etwas Milch
- etwas Butter
- ein halber Tl Anissamen
- Salz
- Peffer
- 100 g Räucherlachs
- eine Handvoll Königskerzenblüten
- ein paar besonders schöne Blüten zum Garnieren
Schön aufgeblühte Königskerzenblüten an einem sonnigen Vormittag ernten.
Die Blüten ausschütteln, um mögliche mehrbeinige Untermieter zu entfernen.
Zu Hause die Blüten kurz im Freien auf einem Papier auslegen, so haben eventuell verbliebene Insekten noch die Möglichkeit zur Flucht.
In der Zwischenzeit die Kartoffeln und Gelbe Rüben würfeln, die Zwiebel schälen und grob hacken.
Die Butter im Topf erhitzen, die Zwiebel zugeben und glasig dünsten, dann die Kartoffeln, Gelbe Rüben und gemörserten Anissamen hinzufügen. Mit der Gemüsebrühe aufgießen.
Alles aufkochen und zugedeckt bei mittlerer Hitze ca. 20 Minuten köcheln lassen, bis das Gemüse weich ist.
Dann alles mit einem Pürierstab fein mixen, etwas Milch unterrühren und mit Pfeffer und Salz abschmecken.
Die Kartoffelsuppe zugedeckt im Kühlschrank mindestens zwei Stunden abkühlen lassen.
Kurz vor dem Servieren die Königskerzenblüten in feine Streifen schneiden, die kalte Suppe portionieren, den Lachs gerecht auf die Teller verteilen, die Blütenstreifen großzügig über die Suppe streuen und mit den besonders schönen Königskerzenblüten garnieren.
Guten Appetit!

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