Kräuterlust Gänseblümchen
Nur vielleicht ganz kompromisslose Freunde des englischen Rasens sehnen sie nicht schon herbei, die, die endlich ein Ende von Kälte, Dunkelheit und Winter versprechen. Die auch Tausendschön oder Sonnenblümchen genannten Korbblütler, die als eine der ersten blühenden Frühlingsboten unser Herz erfreuen.
Von den ungefähr 15 Arten im Mittelmeerraum, kommt lediglich Bellis perennis in Mittel- und Nordeuropa vor. Da das Gänseblümchen als Lebensraum weite gemähte Wiesenflächen mit nährstoffreichen Böden bevorzugt, findet die richtig starke Verbreitung der Himmelsblume bei uns erst seit der Schaffung von Parks und Gärten mit Rasenflächen statt. Von Mitteleuropa trat es dann durch die Hilfe des Menschen seine Reise nach Nord- und Südamerika, Madeira und Neuseeland an. Oft einfach als „Verunreinigung“ im Rasensamen.
Vom Wurm verbeitet
Normalerweise verbreitet sich das mehrjährige Gänseblümchen ziemlich speziell durch Regen, Regenwürmer und Weidevieh. Durch all diese natürlichen Einwirkungen werden die Achänen, das sind Nüsschen, die sich bei bestäubten Blüten aus dem Fruchtknoten entwickeln, verbreitet. Bestäubt werden die Gänseblümchen, die von Februar bis November blühen, von Bienen, Hummeln und auch Fliegen. Als sog. Speicherpflanze übersteht es den Winter problemlos unter dem Schnee und wartet auf dessen Verschwinden. Dann können sofort wieder die ersten Blüten ausgetrieben werden.
Für den Menschen war die kleine Pflanze mit ihren vielen Namen wohl schon immer ein Urbild für einfache, vollkommene natürliche Schönheit. So ist nicht nur das Zitat „Bedenk, dass das demütigste aller Gänseblümchen verführerischer ist als die stolzeste und glänzendste Dornrose, die uns im Frühling mit ihren durchdringenden Düften und ihren lebhaften Farben verlockt.“ von Honoré de Balzac Ausdruck für die Wertschätzung durch den Menschen. Und bereits am Ishtar-Tor, welches um 600 v. Chr. in Babylon erbaut wurde, findet sich eine sehr alte, 16-blätterige Form des Gänseblümchens als häufigstes gestalterisches Element.
Selbstverständlich fand die Mondscheinblume auch Einzug in die Volksmedizin. Neben blutreinigenden Eigenschaften soll sie auch traditionell bei Haut- und Lebererkrankungen helfen. Für unsere Vorfahren hatten die ersten grünen Pflanzen nach den Einschränkungen des Winters, eine besondere Bedeutung. So konnten endlich wieder frische Nährstoffe, Mineralien und Vitamine aufgenommen werden.
Dadurch erklärt sich sicherlich auch der Glaube, dass wenn man die ersten drei Gänseblümchen isst, die im Frühjahr zu finden sind, man das restliche Jahr von Zahnschmerzen verschont bleibt. Und was soll ich sagen? Ich habe es letztes Jahr ausprobiert und hatte tatsächlich den restlichen Jahreskreis über nicht unter Zahnschmerzen zu leiden. Vielleicht versuchen Sie es, selbstverständlich ohne Gewähr und wenn sie unter keiner Korbblütlerallergie leiden, auch einmal. Man weiß ja nie!
Gänseblümchen-Tee
- 2 Tl getrocknete Gänseblümchen (Blüten und Kraut)
- 150 ml Wasser
Die getrockneten Gänseblümchen mit kochendem Wasser übergießen, ca. 10 min. ziehen lassen und durch ein Teesieb abseihen.
Gänseblümchentee wird in der Volksheilkunde bei Katarrhen der Atemwege, zur Erleichterung des Abhustens, Magen-Darm-Katarrhen und Linderung von Durchfall empfohlen.
Vorsicht: Nicht bei bestehender Korbblütlerallergie anwenden!

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