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Tipps zu Kauf und Pflege Der richtige Christbaum fürs Weihnachtsfest

An Weihnachten einen Christbaum im Wohnzimmer – das wünschen sich die meisten. Doch welcher soll es sein? Woher soll er kommen? Und wie lässt sich das lästige Nadeln hinauszögern? Wir geben Tipps zu Kauf und Pflege.

Stand: 04.12.2017

Ein Mann fällt einen Weihnachtsbaum, waehrend seine Frau mit dem Sohn zuschaut | Bild: picture-alliance/dpa/Christin Klose

Früh oder spät kaufen?

Wann sollte man den Weihnachtsbaum am besten kaufen? An dieser Frage scheiden sich die Geister. Viele schwören darauf, den Baum möglichst spät zu besorgen, wegen der angeblichen Frische. Dass Christbäume kurz vor Weihnachten noch einmal frisch für den Verkauf geschlagen werden, ist jedoch ein Irrtum. In Einzelfällen trifft das zu, doch viele Bäume werden Ende November, Anfang Dezember gefällt und zwischengelagert – das kann auch regionale Kulturen betreffen. Ob Sie den Baum nun am 6. oder 22. Dezember kaufen, spielt für die Haltbarkeit daher in vielen Fällen keine große Rolle.

Selbst fällen

Wer in punkto Frische auf Nummer Sicher gehen will, der sollte seinen Baum selbst fällen. Unterm Strich gilt: Kauft man den Baum zirka eine Woche vor Heiligabend, kann man damit in den meisten Fällen ganz gut leben. Denn einen Tag vor dem Fest ist mit etwas Pech nur noch die Restware zu haben - was der Freude des echten Schnäppchenjägers natürlich keinen Abbruch tut.

Im Topf kaufen

Natürlich kann man auch auf getopfte Bäume zurückgreifen, was aber nur sinnvoll ist, wenn Sie den Baum anschließend auch tatsächlich pflanzen möchten. Beachten Sie beim Kauf die Größe, denn Wurzelballen sind schwer.

Frisch oder alt?

Frische Bäume haben glänzende Nadeln und riechen aromatisch-würzig. Trockene Nadeln sollten ein Ausschlusskriterium sein, denn dann hat der Baum seine besten Tage meist schon hinter sich.

Christbaum aus der Region

Um die Ecke gewachsen, regional produziert, nicht lange transportiert - das wünschen sich viele bei ihrem Weihnachtsbaum. 1995 wurde das Prädikat "Bayerischer Christbaum" vom Bayerischen Waldbesitzerverband eingeführt, der im selben Jahr den gleichnamigen Arbeitskreis gründete.

Regional kaufen

Mitglieder des AK "Bayerischer Christbaum" dürfen ihre Bäume mit Banderolen versehen, sofern sie folgende Kriterien erfüllen: Sie müssen in Bayern gewachsen sein, legen also von Produktion bis hin zu Verkauf keine langen Wege zurück und dürfen frühestens Mitte November geschlagen werden. Durch den späten Erntetermin gewährleistet der AK "Bayerischer Christbaum" besonders viel Frische und eine lange Haltbarkeit. Für den Produzenten haben vor allem die kurzen Vermarktungswege einen positiven Einfluss auf die betrieblichen Ausgaben.

Link-Tipp

Hier können Sie nachsehen, wo in Ihrer Nähe regional produzierte "Bayerische Christbäume" erhältlich sind:

Zwischenlagerung

Nach dem Kauf lagern Sie den Tannenbaum idealerweise auf der Terrasse oder dem Balkon: Zur Zwischenlagerung eignet sich ein kühler, schattiger, windgeschützter Ort. Wichtig: Der Baum sollte dabei in einem Eimer mit Wasser stehen und vom Transportnetz befreit sein.

Nochmal frisch absägen

Wer seinen Baum länger stehen lassen will, sollte ihn nicht sofort aus dem Freien ins Zimmer holen, sondern dem Baum eine Anpassungszeit in einem ungeheizten Raum gönnen, etwa Keller, Garage oder Dachboden. Kurz vor dem Aufstellen empfiehlt es sich, am Fuß des Baumes eine etwa drei Zentimeter dicke Scheibe abzusägen: Dann sind die Leitungsbahnen wieder frisch geöffnet.

Immer frisches Wasser

Ein großer Baum verbraucht innerhalb von drei Tagen bis zu einem Liter Wasser, darum am besten täglich nachgießen. Normales Leitungswasser langt völlig. Ein paar Löffel Zucker oder ein Blumenfrischhaltemittel schaden nicht, halten den Baum entgegen landläufiger Meinung aber auch nicht länger frisch. Wer sich noch mehr Mühe geben möchte, benetzt die Nadeln täglich mit einem Wasserzerstäuber. Regelmäßiges Lüften des Wohnzimmers trägt ebenfalls dazu bei, dass der Baum länger frisch bleibt. Stellen Sie den Baum nicht zu nah an Öfen und Heizungen auf, das beschleunigt die Austrocknung.

Favorit Nordmann-Tanne – Finger weg von Weiß-Tannen

Detailansicht einer Nordmann-Tanne

Weit über 25 Millionen Christbäume stehen jährlich in deutschen Stuben, Favorit ist die Nordmann-Tanne. Die große Mehrheit der Weihnachtsbäume wird in Monokulturen kultiviert: Sie werden mit Insektiziden behandelt, stark gedüngt und sind zum Teil sogar gentechnisch verändert. Wer es zu Weihnachten gut meint mit der Natur, lässt die Finger von weitgereisten Tannen, etwa aus Skandinavien, und kauft Bäume aus der Region. Weiß-Tannen sollten übrigens tabu sein, denn die stehen in Deutschland auf der Roten Liste für gefährdete Arten.

Entsorgung

Die Geschenke sind ausgepackt, die Waage für die nächsten Wochen versteckt, Plätzchen gehen gar nicht mehr und die guten Vorsätze sind schon wieder Geschichte: An Heilig Drei Könige (6. Januar) fliegt dann auch normalerweise der Weihnachtsbaum aus dem Haus. Die Niederländer treffen sich an diesem Tag zum traditionellen Weihnachtsbaumverbrennen. Hierzulande entsorgt man seinen Baum besser kleingeschnitten in der Biotonne. Alternativ bringt man ihn zu einem der Wertstoffhöfe oder zu einer der Weihnachtsbaumsammelstellen.


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